Home News Hessen: Zuschüsse nur bei Schwarzwildbejagung

Hessen: Zuschüsse nur bei Schwarzwildbejagung

am
Montag, 20.12.2010 - 01:02
Beim Schwarzwild versprechen vor allem groß angelegte Jagden Erfolg. Foto: Puhlmann © Puhlmann
Beim Schwarzwild versprechen vor allem groß angelegte Jagden Erfolg. Foto: Puhlmann

In diese Gemeinschaftsjagd müssen alle Reviere der Hegegemeinschaft eingebunden werden. Das legt ein Erlass des hessischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums fest.
Bisher wurden die Fördermittel den Hegegemeinschaften auf Antrag wahlweise zur teilweisen Abdeckung der Kosten des laufenden Geschäftsbetriebs und für jagdliche Fortbildungsveranstaltungen gewährt. Künftig können sie auch für die Koordination der gemeinschaftlichen Jagden verwendet werden. Niederwild-Hegegemeinschaften erhalten jeweils einen Zuschuss von 300 Euro, Hochwild-Hegegemeinschaften bis zu einer Größe von 25.000 Hektar 420 Euro und bei einer größeren Fläche 840 Euro pro Jahr.
Den Vollzug der revierübergreifenden Schwarzwildjagden muss der Vorstand der Hegegemeinschaft bei der Beantragung des Zuschusses gegenüber der Unteren Jagdbehörde bestätigen. Diese prüft laut Erlass die Richtigkeit der Anträge und "berichtet die Zusammenstellung sowie die Anzahl der durchgeführten revierübergreifenden Jagden im Landkreis an die Obere Jagdbehörde". Die Jagden müssen jeweils vor der Antragstellung durchgeführt werden.
Diese bürokratische Prozedur soll offensichtlich dazu beitragen, die in weiten Teilen Hessen hohe Schwarzwildpopulation zu verringern. Während im Durchschnitt der Jagdjahre 1936/39 auf dem heutigen Gebiet von Hessen jährlich 1.480 Schwarzkittel erlegt wurden, belief sich die bisherige Rekordstrecke im Jahr 2008/09 auf fast 78.000 Wildschweine. Im Jagdjahr 2009/2010 waren es nur mehr rund 41.000 Sauen.
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Erlasses wurden Bedenken laut, dass Hegegemeinschaften möglicherweise ab 2012 auf den bisherigen Zuschuss verzichten müssten, wenn sich auch nur eines ihrer Mitgliedsreviere – aus welchen Gründen auch immer – nicht an der gemeinsamen Schwarzwildjagd beteiligt. Der LJV teilte jedoch mit, dass das Umweltministerium nach sofortiger Rücksprache hier eine praktikable Lösung zugesagt habe. Dr. Klaus Röther