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Hessen-Forst:vorauseilender Gehorsam

Außerhalb des Nationalparks mit Wildkamera fotografierter Luchs. Foto: Hessen-Forst © Hessen-Forst

In der viel diskutierten Debatte um ein Verbot von Wildkameras prescht der Landesbetrieb Hessen-Forst vor. Der Landesdatenschutzbeauftragte habe große Zweifel an einem rechtmäßigen Einsatz von Fotofallen in Wäldern, da diese als "öffentlich zugängliche Räume" betrachtet werden können. Daher sind alle Revierleiter angewiesen, sämtliche Wildkameras "bis auf weiteres" zu entfernen. "Auf Ihre Jagdpächter bitte ich entsprechend einzuwirken", so der vorsichtige Wortlaut eines internen Schreibens an alle Förster. Diese Formulierung lässt vermuten, dass ein von dem Landesbetrieb ausgeprochenes Verbot die Rechte der Pächter verletzen könnte. Nach Auffassung des Landesbetriebs muss aber eine Interessenabwägung immer zugunsten der Waldbesucher ausfallen um sie so in ihren Persönlichkeitsrechten zu schützen. Lediglich sei das Aufstellen aus wissenschaftlichen Zwecken (z.B. Luchsmonitoring) oder zum Schutz vor Diebstahl und Vandalismus zu zulassen. Letzteres gelte allerdings nur für Einrichtungen im Nationalpark Kellerwald-Edersee.
Da Juristenmeinungen derzeit stark auseinander gehen, wird es eine eindeutige, bundeseinheitliche Regelung für die Verwendung von Wildbeobachtungskameras kurzfristig wohl nicht geben. "Die rechtliche Grundlage ist unklar", berichtet Petra Westphal, Pressesprecherin des Landesbetriebs gegenüber der Redaktion. Dennoch hat man sich absichern wollen und vorsorglich die Dienstanweisung ausgesprochen.

BS


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Das Schreiben des Landesbetriebs im Wortlaut finden Sie hier.
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