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Haustiere in Lebensgefahr: EU-weites Antibiotikaverbot gefordert

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Donnerstag, 12.08.2021 - 11:11
Hund-auf-Tierarzttisch © Chalabala - stock.adobe.com
DIe Behandlung kranker Tiere könnte mit dem Verbot deutlich erschwert werden.

Die Europäische Union hat eine neue Verordnung über Tiermittel erlassen, die in den Mitgliedsstaaten ab dem 28. Januar 2022 angewendet werden muss. Ziel der Verordnung ist es, dass die Entstehung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen verhindert werden soll. Die ursprüngliche Verordnung sieht dennoch weiterhin „zielgerichtete Behandlungen bakterieller Infektionen beim Tier vor“, so die Bundestierärztekammer.

Forderung vom agrarpolitischen Sprecher der Grünen/EFA

Ein Antrag des EU-Parlamentsabgeordneten Martin Häusling geht jedoch noch einen Schritt weiter. Der agrarpolitische Sprecher für die Grünen/EFA fordert demnach, dass die „die von der WHO ausschließlich an Gesichtspunkten für die menschliche Gesundheit als am allerwichtigsten eingestuften Antibiotika ausschließlich für die Verwendung beim Menschen reserviert werden.“ Ausnahmeregelung für die Einzeltierbehandlung soll es nach Ansicht des Grünen-Politikers nur geben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien.

Petitionen sollen Antrag verhindern

Die Bundestierärztekammer (BTK) erklärt, dass der Antrag von Herrn Häusling das Verbot bestimmter antimikrobieller Wirkstoffgruppen am Tier zur Folge hätte und so bestimmte bakterielle Infektionen bei Haustieren nicht mehr behandelt werden könnten. Die Umsetzung, der im Antrag vorgesehenen Ausnahmeregelungen nach einem sofortigen Anwendungsverbot, würde nach Ansicht der BTK mehrere Jahre dauern. Ein Einsatz der Wirkstoffgruppen sei in der Zeit dann nicht möglich.

Um Tieren weiterhin eine wirksame Behandlung zukommen lassen zu können, hat der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) eine Unterschriftensammlung für Tierärzte gestartet (hier kommen Sie zu der Unterschriftensammlung). Auch mit einer Onlinepetition soll gegen das Verbot gekämpft werden (hier finden Sie die Onlinepetition). Mitte September wird das EU-Parlament dann über den Antrag des Grünen-Politikers entscheiden. Der parlamentarische Ausschuss für Umwelt, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat ihn bereits mit knapper Mehrheit angenommen.


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