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Auf Haustauben geschossen – Jagdschein weg

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Kathrin Führes
am
Mittwoch, 15.01.2020 - 13:50
Tauben-auf-Dach © FotoCorn - stock.adobe.com
Tauben auf den Solarplatten waren dem Jäger ein Dorn im Auge.

Am 19.12.2019 musste sich das Verwaltungsgericht Karlsruhe mit einem Eilantrag eines Jägers beschäftigen. Der Mann hatte sich gegen eine waffenrechtliche Verfügung des zuständigen Landratsamts gewandt, mit der seine Waffenbesitzkarte sowie sein Jagdschein wegen Unzuverlässigkeit widerrufen beziehungsweise für ungültig erklärt wurde. Wie das Verwaltungsgericht in einer Pressemitteilung weiter berichtet, sei der Mann seit Jahren regelmäßig mit einer Waffe durch ein Wohngebiet gegangen und habe auf Tauben geschossen. Dabei soll der Mann das Geschoss aus der Patrone entfernt und die Hülse somit als „Platzpatrone“ verwendet haben.

Wie das Gericht weiter anführt, habe der Jäger damit Tauben von den Photovoltaikanlagen vertreiben wollen. Durch den Kot der Tiere seien die Platten verunreinigt worden und dies hätte zu erheblichen Stromertragseinbußen geführt. Die Vögel habe er dabei weder verletzt noch getötet.

Gericht sah Lebensgefahr

Das Verwaltungsgericht ließ die Argumente des Waidmanns jedoch nicht gelten und sah die Entscheidung des Landratsamts als richtig an. Das Gericht argumentierte, dass ein Abfeuern einer Waffe, ohne entsprechende Erlaubnis, im Wohngebiet verboten sei. Außerdem hätte Lebensgefahr bestanden, da man damit rechnen müsse, dass der Mann beim Entfernen des Geschosses Fehler macht oder eventuell doch eine normale Patrone lädt. Zudem habe sich der Mann nicht einsichtig gezeigt. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können innerhalb von zwei Wochen Beschwerde einlegen. PM/ KF