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Hauskatzen: Landkreis verbietet Freigang für Katzen

Katze-auf-Gras © FurryFritz - stock.adobe.com
Katzen wurde im Rhein-Neckar-Kreis der ungehinderte Freigang verboten.

Mit einer Allgemeinverfügung verbietet der Rhein-Neckar-Kreis (Baden-Württemberg) den Freigang von Katzen vom 1. April bis einschließlich 31. August. Dies gelte für den südlichen Teil der Stadt Walldorf und sei befristet bisz um Jahr 2023. Tierhalter müssen in dieser Zeit dafür Sorge tragen, dass Hauskatzen nicht unkontrolliert durch die Natur stromern. Mit dieser Maßnahme will man die Haubenlerche schützen, die nach den aktuellen Roten Listen in Baden-Württemberg und in Deutschland in die höchste Gefährdungskategorie „Rote Liste 1“ (vom Aussterben/Erlöschen bedroht) eingestuft ist. Landesweit liegt der Brutbestand bei nur 60 Revieren, so das Landratsamt. In von der Allgemeinverfügung betroffenen Stadt Walldorf gab es im vergangenen Jahr sogar nur drei Brutpaare.

Bereits Bejagungsmaßnahmen getroffen

In den vergangenen Jahren hätte von den Küken nur sehr wenige Jungvögel überlebt. Neben Freigänger-Katzen liegt dies unter anderem auch an Elstern und Rabenkrähen sowie Raubsäugern wie Füchsen und Mardern, so der Landkreis weiter. Auch diesbezüglich habe man bereits im vergangenen Jahr verschiedene Maßnahmen durchgeführt wie z.B. das Aufstellen von Lebendfallen sowie den Abschuss von Elstern und Füchsen. Die Freigänger-Katzen sind also im Hinblick auf die Problematik der Haubenlerche einer von mehreren Faktoren, aber in Walldorf aufgrund der Siedlungsnähe kein unwesentlicher Faktor, weshalb auch bzgl. der Katzen Maßnahmen notwendig seien.

Sollten Katzenbesitzer gegen diese Verfügung verstoßen, droht ein Zwangsgeld in Höhe von 500 Euro. Sollte die Katze sogar eine Haubenlerche töten, kann eine Geldbuße in Höhe von bis 50.000 Euro drohen. Katzenbesitzer können ihre Tiere von der Allgemeinverfügung befreien lassen – dafür müssen sie jedoch mit einem GPS-Tracking nachweisen, dass die Katze sich nicht im Geltungsbreich aufhält. Dies ist jedoch im Vorfeld mit der Naturschutzbehörde abzustimmen. Der Landkreis empfiehlt Katzenbesitzer vielmehr, ihren Tieren Ausgang an einer zwei Meter langen Leine und einem Katzengeschirr zu ermöglichen.

Tierschutzvereine protestieren gegen die Maßnahme

Tierschützer protestieren nun dagegen. Ein Tierschutzverein hat bereits angekündigt, sich juristisch dagegen zu wehren. Auch PETA und der Naturschutz Bund sprachen sich gegen die Maßnahme aus und kritisieren, dass es zu kurz gedacht sei, die Katze zum Buhmann zu machen.

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