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Hauptsache tot?

Im Landkreis Gifhorn wurden die Häupter von neun Rehböcken in einer „Fallwild-Tonne“ entdeckt. Foto: Wolfgang Götje


Sechs Gehörne waren noch im Bast, drei waren bereits gefegt. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um die "traurigen Überreste" der Strecke eines Ansitzwochenendes in einer Revierförsterei der Niedersächsischen Landesforsten.
Dieser Fund hat in der örtlichen Jägerschaft allgemeine Entrüstung ausgelöst. Gegen einen gemeinschaftlichen Ansitz ist zwar nichts einzuwenden, doch diese Art des Abschusses stößt auf heftige Kritik.
Dabei geht es nicht um Trophäenkult, sondern um die Einstellung zum vielbeschworenen "Mitgeschöpf Tier" schlechthin. Außerdem: In den Landesforsten sind für den Abschuss eines Trophäenträgers üblicherweise Jagdbetriebskosten zu entrichten. Dafür bekommt der Erleger dann aber auch die Trophäe. Wurde hier auf eine Einnahme verzichtet oder gibt es mittlerweile schon "Jagdscheininhaber", die Geld dafür zahlen, dass sie dazu beitragen dürfen, die Zahl der "Waldschädlinge" zu reduzieren?
Auf Nachfrage der Redaktion gab der zuständige Revierleiter an, dass es sich bei dem Vorfall um ein Versehen handeln würde: "Die ganze Sache ist uns unglaublich peinlich," so der Förster. Jagdhelfer hätten Säcke mit Aufbrüchen entsorgt. Irrtümlicherweise auch die mit den Häuptern.

NJ