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Wer hat wen verprügelt?

Streitursache: Maiskörner. (Symbolbild) Foto: W. Piller © W. Piller

Was war los? Im April waren Jäger gerade damit beschäftigt, in einer Gemarkung im Kreis Reutlingen eine Fuhre Mais in einem Gehöft abzuladen. Ein vorbeifahrender Landwirt sah die Beschäftigten und rief umgehend einen Kollegen an. Dieser hielt die Menge des vermeintlichen Wildschweinfutters als Beweismaterial für das Kreisjagdamt mit einer Kamera fest. „Die fahren ganze Sattelzüge voller Mais in den Wald, um die Wildschweine zu mästen“, berichtete er dem Reutlinger General-Anzeiger. Da der Waidmann und seine zwei jungen Begleiter mit den Aufnahmen nicht einverstanden waren, stellte der Jäger das „Kamerateam“ zur Rede. Die Folge war eine handfeste Rangelei, in der die beiden Landwirte leicht verletzt wurden. Vor dem Amtsgericht brachten die gegnerischen Parteien gestern nun verschiedenste Varianten des Tathergangs vor. Die eine Seite sprach dabei von einem Angriff mit einem Stock und Provokationen der Waidmänner, während dies wiederum von der anderen Seite dementiert wurde. Was für die einen ein heftiges Handgemenge gewesen sei, war für die anderen nur halb so wild.
„Die Fronten waren verhärtet“, erklärte der Amtsrichter Joachim Stahl gegenüber jagderleben. Nach einer Verhandlungsdauer von drei Stunden entschied er den Parteien einen angemessenen „Täter-Opfer-Ausgleich“ vorzuschlagen: „Gegen eine Geldauflage von 750 Euro für den Landwirt mit der Beule und 250 Euro für dessen Kollegen mit einem Kratzer am Hals, sollte das Verfahren eingestellt werden“, so Stahl. Nach kurzer Beratungszeit stimmte der Jäger zu – das Verfahren wurde eingestellt.
MH