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Hasenpest: Mann erkrankt in Bayern

Hase-Tot-Wiese © Ingo Bartussek - stock.adobe.com
Bei Tularämie verenden die infizierten Tiere meist innerhalb weniger Tage.

Im Landkreis Freising (Bayern) wurde vor kurzem die Hasenpest (Tularämie) offiziell bestätigt. Im Rahmen des Feldhasen-Monitorings des Bayerischen Jagdverbandes wurden in einem Revier in Gremertshausen zwei verendete Hasen gefunden. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigte nach sorgfältiger Untersuchung die bakterielle Erkrankung.

Mann infizierte sich vermutlich an einem Kaninchen

Zeitgleich erkrankte ein Mann an Tularämie. Wie der Pressesprecher des Landkreises Freising berichtet, habe sich dieser allem Anschein nach jedoch an einem infizierten Kaninchen angesteckt. Eine Untersuchung sei allerdings nicht mehr möglich gewesen, da der Mann das Kaninchen bereits entsorgt hatte. Sein Hund habe ihm das verendete Kaninchen gebracht, welches er daraufhin ohne Handschuhe anfasste.

Geschwollene Milz beim Feldhasen © Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Hochgradige durch Tularämie verursachte Milzschwellung bei einem Feldhasen.

Ansteckung bei Mensch und Tier möglich

Bei der Tularämie handelt es sich um Stäbchenbakterien. Der Erreger tritt vor allem bei wildlebenden Tieren, wie beispielsweise Hasen und Kaninchen auf, aber auch andere Tiere können als Wirt dienen. Meist magern betroffene Tiere ab, bekommen ein struppiges Fell, zeigen einen schwankenden Gang und werden apathisch. Typisch ist außerdem eine deutlich angeschwollene Milz bei den Organen.

Eine Übertragung auf den Menschen ist ebenfalls möglich. Als Risikogruppe sind vor allem Jäger, Köche, Metzger sowie Tierärzte betroffen. Im vergangenen Jahr gab es, laut LGL, in Deutschland 54 Tularämie-Fälle bei Menschen.

Mögliche Symptome beim Menschen

Nach einer Inkubationszeit von drei bis zehn Tagen, folgt eine Erkrankungsdauer zwischen zwei bis drei Wochen. Eine Tularämie bei Menschen beginnt meist mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen, wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit. Außerdem schwellen die regionären Lymphknoten stark an und vereitern. Eine Beteiligung von inneren Organe (z. B. Lungenentzündung) ist möglich.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.