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Harmonie im Hessenland

Für ihr herausragendes Pilotprojekt erhielt die Arbeitsgruppe des Rotwildringes Meißner-Kaufunger Wald den Staatsehrenpreis für Lebensraumgestaltung. Foto: DIT © DIT

Denn durch die praxisnahe Umsetzung des "Gebiets-Lebensraum-Konzeptes" des Rotwildringes Meißner-Kaufunger Wald ist es in der Region zusammen mit unterschiedlichen Interessensgruppen (u. a. mit Hessen-Forst, Naturpark und Tourismus-Verbänden) innerhalb kürzester Zeit gelungen, Störungen des Rotwildes zu minimieren und Schälschäden auf ein Minimum zu senken. Ein entsprechendes Bejagungskonzept des Rotwildringes half dabei mit, dass an der "Abschuss-Schraube" nicht gedreht werden musste. Dabei werden die Rotwildbestände im engen Schulterschluss mit den angrenzenden Bewirtschaftungsbezirken der Nachbarländer Niedersachsen und Thüringen bejagt. Dieser Vorbildfunktion, die schon auf mehrere andere hessische Rotwildgebiete übertragen werden konnte, trug das Land Hessen mit der Verleihung des Staatsehrenpreises für Lebensraumgestaltung Rechnung, der auf dem Landesjägertag durch Ministerialdirigent Carsten Wilke an die Arbeitsgruppe des Rotwildringes Meißner-Kaufunger Wald verliehen wurde.
Wilke würdigte damit in Vertretung der hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich das erfolgreiche Engagement der örtlichen Jäger, richtete aber bei insgesamt sehr harmonischer Stimmung auf dem Landesjägertag in seiner Rede auch kritische Worte an die Korona. Denn nicht überall in Hessen sei die Schälschadenssituation durch das Rotwild so erfreulich, wie im Meißner-Kaufunger Wald. Er forderte daher einen entsprechenden Interessensausgleich zwischen Jägern und Waldbesitzern anzustreben. Als Instrument nannte Wilke sachgerechte Abschusspläne und deren konsequente Erfüllung, um örtlich überhöhte Rotwildbestände zu reduzieren. Er forderte aber auch durch mehr Äsungsflächen und angepasste Jagdstrategien (z.B. keine Nachtjagd im Wald) die Lebensansprüche des Rotwildes zu verbessern. Hier seien sowohl Jäger, aber auch Waldbesitzer gefragt, so Wilke. Auch im Hinblick auf die Schadenssituation durch Schwarzwild mahnte der Ministerialdirigent, weiter die Bestände zu reduzieren. Wenn die Sauenstrecke in Mastjahren sinke, sei die Annahme, es gebe weniger Wildschweine, schlicht und ergreifend falsch, unterstrich Wilke.
LJV-Präsident Dietrich Möller hatte bereits in seiner Begrüßungsrede betont: "Jäger und Förster haben in Hessen ein absolut ungestörtes Verhältnis." Dem stimmte auch der Leiter von Hessen-Forst, Michael Gerst, zu und unterstrich: "Förster und Jägerschaft jagen konstruktiv und vertrauensvoll zusammen." Nicht nur DJV-Präsident Hartwig Fischer, der ebenfalls ein Grußwort sprach und über den aktuellen Kurs des Dachverbandes informierte, schien sichtlich beeindruckt von soviel Harmonie im Hessenland.
DIT