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Hantavirus: Ausbruchsjahr befürchtet

Helena von Hardenberg. © Helena von Hardenberg
Helena von Hardenberg
am
Dienstag, 06.07.2021 - 16:00
Rötelmaus-Felsspalte © Susanne - stock.adobe.com
Die Rötelmaus ist einer der Hauptüberträger des Hantavirus.

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt warnt die Bevölkerung im Landkreis Osnabrück (Niedersachsen) vor einer erhöhten Infektionsgefahr durch das Hantavirus. Das teilte das Gesundheitsamt am 1. Juli auf seiner Webseite mit.

Das Hantavirus wird hauptsächlich durch die Rötelmaus übertragen. Aktuelle Untersuchungen, u.a. des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), zeigten, dass dieses Jahr 92 Prozent der gefangenen Rötelmäuse im Landkreis Osnabrück das Hantavirus in sich trugen, hieß es auf der Webseite weiter. Daher befürchteten Experten nun ein erneutes Ausbruchsjahr, mit überdurchschnittlich hohem Übertragungsrisiko.

Es ist nicht nur ein hoher Anteil von Rötelmäusen mit Hantaviren durchseucht. Aufgrund eines milden Winters und eines großen Nahrungsangebotes von Bucheckern ist die Population der Rötelmäuse insgesamt hoch. "Für die Bevölkerung des Landkreises gilt daher besondere Vorsicht aufgrund der möglicherweise erhöhten Infektionsgefahr“, warnt Dr. Johannes Dreesman, Leiter der Abteilung Infektionsschutz am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt.

Vorsorgemaßnahmen und Diagnose

Bereits in den vergangenen Jahren meldete der Landkreis Osnabrück die meisten Hantavirus-Infektionen in Niedersachsen, mit besonders hohen Fallzahlen in den Jahren 2010, 2012, 2017 und 2019. Erklärt wird diese Auffälligkeit damit, dass jedem dieser Jahre ein Buchen-Mastjahr vorausging, welches jeweils eine Massenvermehrung der Rötelmaus verursachte.

Dabei werden die Hantaviren weniger über direkten Kontakt mit den Nagern, sondern hauptsächlich durch Stäube mit virenhaltigen Exkrementen übertragen. Beim Aufwirbeln des Staubes, während beispielsweise des Ausfegens von Jagdhütten oder Garagen, werden diese eingeatmet. Auch eingetrocknet können Hantaviren bis zu zwei Wochen infektiös bleiben.

Die meldepflichtige Viruserkrankung kann grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schwindel, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, Sehstörungen, Bauchschmerzen, Diarrhöen, Nierenfunktionsstörungen, Hautausschlag sowie einen trockenen Reizhusten hervorrufen, klärt das Landesgesundheitsamt auf. Ebenso sei ein nahezu beschwerdefreier Verlauf möglich.

Zum Schutz vor einer möglichen Infektion empfiehlt das Landesgesundheitsamt z.B. das Tragen einer FFP3-Maske bei Aufräumarbeiten, das Vermeiden von Staubaufwirbelungen durch Befeuchten der Umgebung sowie das Schützen der Häuser und Nebengebäude vor dem Eindringen der Nagetiere.


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