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Handy-Verbot aufheben?

Das Mobiltelefon: Kontrollen sind nur schwierig umzusetzten. Foto: MH


Im Kanton gilt seit rund sechs Jahren folgende Praxis: Das Mobiltelefon ist bei der Jagdausübung grundsätzlich verboten. Um aber im Falle eines Notfalls einen Hilferuf absetzen zu können, dürfen die Jäger ihr Handy eingeschaltet lassen. Der Gebrauch zur Jagd ist hingegen untersagt und wird bei bewiesenem Missbrauch mit Bußgeld bestraft (VI./Nr. 16 der Jagdbetriebsvorschriften 2014, Kanton Graubünden).
Diese Regelung gerät nun unter Beschuss. Die Delegierten des Bündner Kantonalen Patentjäger-Verbandes (BKPJV) haben sich per Mehrheitsentscheid für eine Handy-Freigabe ausgesprochen. „Die Regelung ist nicht praxistauglich und auch realitätsfremd“, begründete Marco Schnell, Vorstandsmitglied des BKPJV, den Vorstoß. Sein Präsident, Robert Brunold, bringt es auf den Punkt: „Was nicht kontrolliert werden kann, kann nicht verboten werden.“
Befürworter des Verbots argumentieren, dass durch eine Aufhebung Absprachen getroffen werden würden. Ein Beobachter könnte zum Beispiel seinen Mitjäger im Gegenhang zum Wild lotsen. Nicht nur deshalb geht die Entscheidung der Delegierten dem Graubündner Jagdinspektor Dr. Georg Brosi zu weit. Er hält weiter an der derzeitigen Regelung fest. Laut Brosi setzt die Jagd ein gewisses Können der Ausübenden voraus. Diese Anforderungen sollen nicht durch den Einsatz modernen Technik verwässert werden, sagte er gegenüber Blick.ch.
MH