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Handaufzucht: Reh bei Jäger beschlagnahmt

Reh-im-Garten © Frau Lichtbild - stock.adobe.com
Der 80qm große Garten stellte keine artgerechte Haltung für das Reh dar (Symbolbild).

Bereits am 8. November haben Mitarbeiter des Veterinäramts Fürstenfeldbruck (Bayern), gemeinsam mit der Polizei, ein Reh bei einem Jäger beschlagnahmt. Der Waidmann hatte das Kitz nach eigenen Angaben seit Ende Mai 2019 in einem 80 qm großen Garten eines Reihenhauses gehalten. Wie der Amtsleiter gegenüber merkur.de mitteilte, sei die Haltung in dem Garten nicht artgerecht gewesen. Gegenüber der Redaktion gab das Landratsamt Fürstenfeldbruck an, dass ein Gehege für Rehwild aus Tierschutzgründen eine Mindestfläche von 1.000 qm haben muss. Da das Tier an Menschen gewöhnt sei, lies es sich problemlos einfangen.

Jäger besitzt Aneignungsrecht

Auf Nachfrage der Redaktion, ob es eine Genehmigungspflicht für die Haltung von Rehwild gebe, teilte das Landratsamt mit: "Es gibt keine jagdrechtlich Grundlage für die Genehmigung zur Haltung eines einzelnen Rehs." Und weiter "Wild ist an sich herrenlos und der Jagdausübungsberechtigte besitzt ein Aneignungsrecht. Dies befreit ihn aber natürlich nicht davon, alle tierschutzrechtlichen Anforderungen einzuhalten."

Handaufzucht sollte ausgewildert werden

Der Jäger habe das Kitz von einem Kollegen bekommen und aufgepäppelt, nachdem die dazugehörige Geiß bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Nach Angaben von merkur.de habe er das Reh wieder auswildern wollen. Die Beamten brachte das Kitz nun in einem rund 10.000qm großen Gehege auf einem Gnadenhof unter.

Ob dem Jäger rechtliche Konsequenzen sowie der Verlust des Jagdscheins drohen, soll nach Abschluss der Ermittlungen entschieden werden.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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