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Grünlandmahd: Intensivierung alternativlos?

Durch den großen Bedarf an proteinreicher Silage, steigt vielerorts die Frequenz der Wiesenmahd.


„Man hätte die Technik der Wildretter mit der der Landtechnik mitentwickeln müssen“, war sich Thomas Kreuzer (CSU) MdL in seinen Grußworten zum Gründlandsymposium des Bayerischen Jagdverbands am 28. April in Füssen sicher. Präsident Prof. Jürgen Vocke griff diese Aussage gerne auf und stellte die Forderung an die Politik, dass langfristig das Mähen von Wiesen ohne Schutztechnik verboten werde.

„Grünland braucht Nutzung, Mahd und andauernde Pflege. Tun wir nichts, haben wir Wald“, stieg Dr. Michael Diepolder von der Landesanstalt für Landwirtschaft in seinen Vortrag ein. Etwa 34 Prozent der landwirtschafltichen Nutzfläche Bayerns sei Grünland, auf 20 Prozent davon finden sich mehr als 25 Arten je 25 Quadratmeter und gelten damit als artenreich. Dauergrünland wird überwiegend für die Fütterung von Rindern genutzt. Das erstaunliche dabei: Seit 1980 sei ein massiver Rückgang an Betrieben und Milchkühen zu verzeichnen – jedoch bei gleichbleibender Milchproduktion. Und genau das führe zu „Kuhkonzentrationen und erhöhtem Bedarf an Silage“, erklärte Mariana Schneider. Silage sei der Hauptlieferant des täglichen Proteinbedarfs einer Milchkuh, wodurch sich die zu beobachtende Intensivierung erklären lässt. Auch auf die Mahdzeitpunkte ging Schneider ein: Meist genau in der ersten Maiwoche sei das Verhältnis von Ertrag zu Energiegehalt am idealsten, was die bekannten Probleme mit der Brut- und Setzzeit mit sich bringt. Einen tierschutzrelevanten Lichtblick gibt es aber: Durch den Klimawandel verschiebt sich der ideale Mahdzeitpunkt immer weiter nach vorne. Rehe hingegen zeigen darauf noch keine Anpassung.

Während einer engagiert geführten Abschlussdiskussion waren sich die Vertreter von BJV, Landesbund für Vogelschutz und Berufsimkerei einig, dass dringend etwas für die Biodiversität im Lebensraum Wiese unternommen werden müsse. Der Vertreter des Bauernverbandes hingegen stellte klar, dass der internationale Wettbewerb den Landwirten oft keine andere Wahl ließe. MW


Martin Weber Redakteur bei der PIRSCH, hat Forstwissenschaften an der TU München und Wildtierökologie an der Uni Wien studiert.
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