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Grüner-Kuhhandel: Jagdsteuer gegen Bleifrei

Die Jäger wollen von bleifrei nichts wissen (Symbolbild).


Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Landkreis Celle (Niedersachsen) hat einen umstrittenen Antrag in den Kreistag eingebracht. Demnach sind sie bereit, die Jagdsteuer von 10 auf 8 Prozent zu senken, wenn die Jägerschaft sich verpflichtet, auf bleihaltige Munition zu verzichten.

Man habe den Antrag bewusst als Angebot verfasst, so der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen Heiko Wundram. Die Umweltfolgekosten von bleihaltiger Munition – beispielsweise bei Schießständen – seien wesentlich höher als bei bleifreier Munition. Insgesamt solle der Bleieintrag in Nahrung und Natur minimiert werden. Als wichtigsten Verhandlungspartner sehen die Grünen, die nur sechs der 59 Kreistagsabgeordneten stellen, die Kreisjägerschaft.

Wie und mit welcher Bindungskraft die angestrebte „Selbstverpflichtung“ gestaltet werden soll, ist derzeit noch völlig offen. Bei den rechtlichen Fragen sei nun die Kreisverwaltung gefordert, so Wundram. Die Kommunalverwaltung selbst hatte in absehbarer Zeit keine Änderung des Steuersatzes geplant.

Jägerschaft zeigt kein Interesse

Von Seiten der Kreisjägerschaft besteht derzeit wenig Interesse, sich auf einen „Kuhhandel“ mit den Grünen einzulassen. Die Jagdsteuer sei vom Landkreis den Jägern gegenüber vergleichsweise großzügig angelegt. Vielmehr stelle sich dann die generelle Frage, ob von einem anerkannten Naturschutzträger mit großem ehrenamtlichen Engagement überhaupt eine Steuer erhoben werden dürfe, so der stellvertretende Vorstand der Kreisjägerschaft Celle H.-Heinrich Matthies.

Man sehe in Jägerkreisen zudem keine hinreichenden Ergebnisse, die die zuverlässige Tötungswirkung von bleifreier Munition sicherstellen. In dieser Frage Einzelregelungen für nur einen Landkreis festzulegen werde nicht angestrebt. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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