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Grüne fordern Nachtzieltechnik auf Reh- und Rotwild in Bayern

Reh-bei-Nacht © photocech - stock.adobe.com

Wenn es nach Ludwig Hartmann geht, soll Rehwild künftig auch mit Nachtzieltechnik bejagt werden.


In Bayern geht die Debatte um „Wald vor Wild“ weiter. Nachdem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verstärkt gegen das Waldsterben angehen und 30 Millionen neue Bäume pflanzen lassen will, hat auch der Fraktionsvorsitzende der bayerischen Grünen, Ludwig Hartmann, Stellung bezogen. Gegenüber der "Main-Post" äußerte sich der Politiker: „Wenn man den Waldumbau ernst nimmt, muss es heißen: Wald vor Wild. Anders wird es nicht funktionieren.“ Er halte die Forderung von Söder für ein „gigantisches Wildfütterungsprogramm“, wenn man nicht konsequent jagen würde.

Grüne wollen das Jagdrecht ändern

Dazu fordert der Grünen-Chef auch eine Änderung das bayerischen Jagdrechts. Nach seinen Vorstellungen, sollten Waldbesitzer dann auf den eigenen Flächen jagen dürfen, auch wenn diese in einer anderen Jagdpacht liegen. Die Nachfrage unserer Redaktion, ob er für eine Abschaffung des Revierjagdsystems sei und wie er sich die Zusammenarbeit der Jagdpächter und Waldbesitzer in einem solchen Fall vorstelle, überging Hartmann. Er gab an, dass er „ausdrücklich für effektivere Jagd und insbesondere eigenverantwortliche Bejagung der Waldbesitzer auf deren Grund“ plädiere. Das Ziel müsse sein „den Wildbestand runterzukriegen.“

Auf unsere Frage, ob damit auch Schonzeitverkürzungen oder -aufhebungen einhergehen, antwortete der Politiker, „Die Regelung, dass im Herbst der Rehbock – nur weil ihm das Geweih fehlt – geschont aber weibliches Wild bejagt wird, ist überkommen. Der Trophäenkult darf nicht dazu führen, dass der Schalenwildbestand nicht ausreichend dezimiert und die Waldverjüngung so gefährdet wird.“

Grünen-Fraktionsvorsitzender fordert Nachtzieltechnik zur Rehwild-Bejagung

Um effektiv Reh- und Rotwild bejagen zu können, plädiert Ludwig Hartmann auch dafür, die Nachtjagd für diese Wildarten freizugeben. „Es ist auch für das Tier besser, wenn der Jäger mit einem Schuss im Dunkeln genau trifft“, so der Politiker gegenüber der „Main-Post“. Auf Nachfrage unserer Redaktion, ob er dafür das Jagdgesetz ändern lassen will, antwortete Hartmann: „Deshalb wollen wir den Revierinhabern alle notwendigen Instrumente für die Ausübung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit zur Verfügung stellen – auch Nachtzieltechnik.“ Auf die Anmerkung, dass durch steigenden Jagddruck, vor allem wenn auch noch nachts gejagt werden würde, der Verbiss sogar noch zunehmen könnte, ging Hartmann nicht ein.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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