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Grüne fordern Importverbot von Trophäen

Bestimmte Trophäen dürfen nur mit Genehmigung des BfN importiert werden. © dlv-Jagdmedien

Leoparden, Elefanten und Breitmaulnashörner sind streng geschützt - trotzdem erteilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im vergangenen Jahr erneut Einfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen dieser Tiere. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Insgesamt wurden 2018 bis zum 20. Dezember 197 Jagdtrophäen legal nach Deutschland eingeführt, darunter 48 von Elefanten, 31 von Leoparden, 17 von Löwen und drei von Breitmaulnashörnern. 92 Trophäen stammten von Tieren der höchsten Schutzkategorie des Washingtoner Artenschutzübereinkommens Cites, zu der vom Aussterben bedrohte Arten gehören.

Das Ministerium listet in seiner Antwort auf, wie viele Trophäen von Tieren, die im sogenannten Anhang A einer EU-Verordnung zum Artenschutz stehen, eingeführt werden durften. Der kommerzielle Handel mit diesen Tieren ist nicht erlaubt.

"Wilderei wird zwar als Verbrechen bestraft, aber gleichzeitig werden ganz legal Jagdtrophäen von Tieren, die teils akut vom Aussterben bedroht sind, nach Deutschland importiert. Das ist absurd", kritisierte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Steffi Lemke. Das globale Artensterben gehe ungebremst weiter. Dabei könne Naturschutz erfolgreich sein, wenn entschlossen gehandelt werde. "Deutschland muss sich auf EU-Ebene für Importverbote für Jagdtrophäen einsetzen."

2017 hatte das Bundesumweltministerium, damals noch unter Ministerin Barbara Hendricks (SPD), erklärt: "Die Bundesregierung setzt nicht auf ein pauschales Importverbot, weil dieses fachlich nicht gerechtfertigt ist, aber auch um Schutzprojekte nicht zu gefährden, die auf Einnahmen aus Jagdtrophäen angewiesen sind." dpa


Redaktion Niedersächsischer Jäger Seit über 60 Jahren ist der Niedersächsische Jäger das Jagdmagazin zwischen Ems und Elbe.
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