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Grüne und CDU fordern Verbot von Totschlagfallen in Hessen

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Freitag, 30.04.2021 - 07:35
Schild-Fangjagd © Jannick - stock.adobe.com
Ein Verbot von Totschlagfallen steht in Hessen schon länger im Raum.

CDU und Grüne wollen in Hessen künftig den Einsatz von Totschlagfallen verbieten. Die beiden Fraktionen brachten am Mittwoch dazu einen entsprechenden Gesetzesentwurf im Plenum ein. Die beiden Parteien begründen den Entwurf damit, dass bei der Verwendung von Totschlagfallen „der Tötungserfolg in der Regel nur mit einem zeitlichen Verzug kontrolliert werden kann und deshalb die Gefahr des langsamen Verendens besteht.“

Fang- bzw. Fallenjagd ist notwendiges Mittel

In einer Pressemitteilung bekräftigt die CDU jedoch die allgemeine Bedeutung der Fangjagd. „Für einen effektiven Artenschutz ist die Fang- bzw. Fallenjagd ein notwendiges Mittel. Eine Vielzahl von Naturschutzprojekten zeigt, dass Lebensraumgestaltung alleine nicht ausreicht, um den Rückgang bedrohter Arten aufzuhalten. Nur wenn die Populationen der Beutegreifer wie Fuchs, Waschbär oder auch Steinmarder reguliert werden, haben Rebhuhn, Fasan, Feldhase und Co. überhaupt eine Überlebenschance“, so Michael Ruhl, forstpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Um die Fangjagd jedoch „zeitgemäß und tierschutzgerecht“ zu gestalten, sei ein Verbot von Totschlagfallen notwendig. Da in Hessen nur der Steinmarder eine Jagdzeit besitzt, der Baummarder jedoch nicht, sei der Einsatz von Totschlagfallen bei der Marderjagd schon jetzt kaum durchführbar.

Land soll Anschaffung von Fangmeldern fördern

Auch die Freien Demokraten im Hessischen Landtag (FDP) unterstützen den Gesetzesentwurf. Die FDP fordert in einem Antrag, dass die tägliche Kontrolle von Lebendfallen wegfällt, wenn elektronische Fangmelder eingesetzt werden. „Der Einsatz von elektronischen Fangmeldern soll zur Pflicht gemacht werden, sofern keine kommunikationstechnischen Gründe wie Funklöcher das verhindern. Im Gegenzug soll das Land die Anschaffung von Fangmeldern finanziell fördern“, so die FDP. Die derzeitige Regelung, dass Fallen trotz Verwendung eines elektronischen Fallenmelders täglich kontrolliert werden müssen, macht, nach Ansicht von Wiebke Knell, Sprecherin für den Ländlichen Raum, die Fangjagd für viele Jäger aus Zeitgründen fast nicht durchführbar.


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