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Großwildjagd am Pranger

Der Tod dieses Löwen löste die Diskussionen über die Trophäenjagd in Afrika aus. Foto: picture alliance/AP photo © picture alliance/AP photo

Die Jagd auf Löwen ist in einigen Ländern des südlichen Afrikas erlaubt – unter strengen Bedingungen und ausschließlich mit Genehmigung der zuständigen Behörden. Doch leider kommt es immer wieder zu illegalen Aktionen, die dem Ansehen der Großwildjagd immensen Schaden zufügen. Ein trauriger Höhepunkt ist die Tötung von Löwe „Cecil“ durch einen US-Amerikaner Anfang Juli in Simbabwe. Diese hat weltweite Proteste gegen die Trophäenjagd nach sich gezogen. Nach vorliegenden Informationen wurde der prächtige Mähnenlöwe vom Zahnarzt Carl P. und den ihn führenden beiden Berufsjägern mit einem Trick aus dem Territorium des Hwange Nationalparks gelockt. Auf dem Gebiet einer in Privatbesitz befindenden Farm beschoss Palmer dann das Löwenmännchen mit Pfeil und Bogen, konnte das Tier aber nicht erlegen. Es wurde erst anderhalb Tage später wieder entdeckt und dann erschossen. Für die Löwenjagd, für die er umgerechnet rund 45 000 Euro bezahlt haben soll, hatte Palmer wohl die entsprechende Lizenz. Die Bejagung von Löwen außerhalb der Nationalparks – Simbawe vergibt hier mit Genehmigung von CITES jährlich rund 30 Lizenzen – ist legal.
Der 13-jährige „Cecil“ war ein Aushängeschild und Besucherattraktion des nahe der Victoria-Fälle gelegegen Hwange Nationalparks. Zudem trug er ein mit einem GPS-Sender versehenes Halsband, das ihm Forscher des von der Oxford Universität unterstützten Projekts Hwange Lion Research angelegt hatten. Die Jägergruppe hatte noch versucht, den Sender zu zerstören.
Simbawe hat auf diesen Vorfall unmittelbar reagiert: Die Jagd mit Pfeil und Bogen wurde verboten und die Jagd auf Elefanten, Löwen und Leoparden sei künftig ausschließlich mit schriftlicher Behördengenehmigung und unter Begleitung von Rangern der Parkverwaltungen gestattet, berichtet die Zeitung „New Zimbabwe“. Zudem müssen sich die beiden Berufsjäger und der Farmbesitzer wohl vor Gericht verantworten. Simbabwe will wohl auch Palmer zu Rechenschaft ziehen. Auch die Berufsjägerorganisation ZPHGA hat sich des Falls angenommen und die Lizenz von einem Berufsjäger, der Mitglied des Verbandes war, wiederrufen.
So verurteilenswert der Vorfall auch ist, so gehen im weltweiten „Shitstorm“ die positiven Effekte der Trophäenjagd unter. Es wird geschätzt, dass Simbabwe allein aus dem Erlös der Lizenzen rund 40 Mio. Dollar zufließt. Diese Einnahmen sollen dem Schutz des Wildes und seiner Lebensräume, aber auch der einheimischen Landbevölkerung zu Gute kommen. Allerdings versickert wohl ein Großteil des Geldes in den Taschen von bestechlichen Beamten und Politikern. Simbabwe gilt als einer der korruptesten Staaten der Welt.
JD


Aktualisierung vom 14. Oktober:

Dem Zahnarzt Carl P. ist nichts vorzuwerfen. Alle Papiere seien in Ordnung gewesen und der Schütze hätte nicht gewusst, dass bei der Jagd auf den bekannten Löwen irgendwelche Regeln verletzt wurden. Das Verfahren gegen den Amerikaner wurde deshalb eingestellt, berichtet die "Süddeutsche". Die Umweltministerin von Zimbabwe dazu: "Der Fall hat unnötig Aufregung verursacht."