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Greif durchschlägt Scheibe

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Freitag, 30.01.2015 - 01:10
Eingefangen: Mehrere Stunden dauerte dei Rettungsaktion. Foto: A. Zapp © A. Zapp
Eingefangen: Mehrere Stunden dauerte dei Rettungsaktion. Foto: A. Zapp

Eingefangen: Etwa 700 Gramm wog der gerettete Terzel. Foto: A. Zapp

Mit dem Kopf durch die Wand? In diesem Fall war es eine doppelt verglaste Scheibe, gegen die ein Habicht bei der Jagd auf eine Taube prallte. Letztere überlebte die Kollision nicht und brach sich das Genick. Der Greif jedoch „hinterließ ein Loch in der stabilen Scheibe“, sagte Hausmeister Andreas Zapp, der als erster die Beschädigung bemerkte. Bei der Nachschau stellte er fest, dass der Vogel den Vorfall überlebt hatte. „Ruhig saß er im Gebälk der Halle“, sagte Zapp im Gespräch mit jagderleben. Der Hausmeister verständigte daraufhin die Feuerwehr und seinen Bekannten, der Jäger und Falkner ist. Gemeinsam versuchte der Rettungstrupp den Vogel einzufangen – jedoch erfolglos. Erst das dunkler werdende Tageslicht beruhigte den Greif, sodass es Zapp und dem Waidmann gelang, mit einem Hubsteiger und einer langen Stange, den Vogel einzufangen. Zapp: „Das Tier setzte sich einfach auf die Stange. Es hatte eine Schnittwunde an der rechten Schwinge.“
Zur weiteren Versorgung brachten sie den Vogel in das Mössinger Vogelschutzzentrum. Ein Tierarzt kümmerte sich wenig später um die Verletzungen. Röntgenbilder zeigten keine Brüche. „Am rechten Flügelbug hatte das einjährige Männchen eine Schnittwunde die den Knochen freilegte. Diese wurde vom Arzt genäht“, erklärte Dr. Daniel Schmidt-Rothmund, Leiter des Vogelschutzzentrums. Nach zweiwöchiger Wundheilungsphase ließen die Verantwortlichen das Männchen am Montag, den 26. Januar, wieder frei.
MH