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Graue Flitzer in Gefahr

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Sonntag, 11.09.2016 - 02:10
Qualvoll ist das Kanin mit vereitertem Kopf nach 10 bis 14 Tagen verendet (Symbolbild). Foto: Michael Migos © Michael Migos
Qualvoll ist das Kanin mit vereitertem Kopf nach 10 bis 14 Tagen verendet (Symbolbild). Foto: Michael Migos

„Wir gehen von einer deutlichen Bestandesreduktion aus“, so Dirk Hoffmann vom städtischen Forstamt Freiburg gegenüber jagderleben. Täglich gehen dort Anrufe von Bürgern ein, die im Stadtgebiet tote oder schwerkranke Tiere gefunden haben. Vom Forstamt wird dann die Entsorgung der Myxomatose-Opfer koordiniert. Die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) ist auf den öffentlichen Flächen des Stadtgebiets beauftragt. Sie sammeln vor allem in den letzten zwei Wochen vermehrt tote Kaninchen ein, teilweise bis zu 20 Stück. Zusätzlich ist eine kostenlose Abgabe von auf privaten Grundstücken gefundenen Kanin bei der Annahmestelle der Tierkörperbeseitigung möglich. Die Dunkelziffer der Virusopfer, welche unentdeckt in Hecken und Bauten verwesen, dürfte aber noch deutlich höher sein.
Eine weitere Gefahr für die Karnickelbesätze stammt aus Frankreich. Nachdem bei den Nachbarn eine neue, aggressivere Form der Chinaseuche nachgewiesen wurde, breitet sich diese seit 2015 auch im Bundesgebiet aus. Genauer handelt es sich dabei um das „Rabbit Haemorrhagic Disease Virus“ in der Variante 2 (RHDV-2), so das in Deutschland zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Vergangenes Jahr meldeten Kaninchenhalter noch 148 Fälle, bis Anfang August diesen Jahres stieg die Zahl schon auf 275. Aufgrund einer fehlenden Meldepflicht ist jedoch von einer viel größeren Zahl auszugehen. Meist sterben die Kaninchen innerhalb weniger Stunden nach dem Auftreten erster Symptome. Bei Wildkaninchen seien jedoch noch keine größeren Ausbrüche bekannt. Auch Feldhasen können an der Chinaseuche erkranken.
RW