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Gold-Sensation im Norden

Suchbild, doch für Experten sind diverse Merkmale eindeutig. Foto: Hansestadt Greifswald © Hansestadt Greifswald

Am 26. März war in einer Zäunung im Wald der Stadt Greifswald ein hundeartiges Wesen vor den Sensor einer Fotofalle gelaufen. Da man sich nicht sicher war, ob es wirklich Isegrim war, schickte Förster Bent Knoll das Bild an diverse Experten. Jetzt trat die Kommune mit einer überraschenden Erkenntnis an die Öffentlichkeit.
Unter den Gutachtern war auch der Säugetierspezialist Dr. Eckhard Grimmberger, hier sein Urteil: „Man erkennt am Schwanz, Verteilung von Rückenfärbung und gelblicher Färbung von Flanken und Beinen und eigentlich am gesamten Habitus, dass es sich um einen Goldschakal handelt“.
Dass sich ein Exemplar von Canis aureus im Nordosten Deutschlands aufhalten könnte, dafür gab es laut Knoll keinerlei Anzeichen. „Das ist schon eine kleine Sensation“. Tatsächlich tauchen die Hundeartigen – deren Größe etwa zwischen Fuchs und Wolf liegt – aber in letzter Zeit immer wieder in Mitteleuropa auf. So z.B. 2015 in Hessen und 2012 im Bayerischen Wald, aber auch in Südtirol und der Schweiz.
Im Südosten Österreichs hingegen vermutet man, dass sich die auch Rohrwölfe genannten Tiere schon fester etabliert haben, 2007 gab es die erste dokumentierte Reproduktion im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. Die Universität für Bodenkultur Wien hat deshalb ein Pilotprojekt gestartet: Mit Hilfe von sogenannten „bioakustischen Simulationen“ – potentielle Einstände werden mit Schakalrufen beschallt und auf Antwort gewartet – und Sichtungsmeldungen aus der Bevölkerung hofft man, genauere Daten über die Verbreitung in Österreich zu bekommen (www.goldschakal.at).
MW