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Getötete Luchse: Verdächtiger nach fast vier Jahren angeklagt

Bereits mehrfach wurde ein Jäger der Wilderei von Luchsen verdächtigt – nun landet er vor Gericht. © Pixabay/ Hans Braxmeier

Fast vier Jahre nach dem Auffinden der abgetrennten Vorderpranten von zwei getöteten Luchsen in Bayern (Lamer Winkel/ Bayerischer Wald) muss sich ein 53-jähriger Jäger bald vor Gericht verantworten. Jedoch nicht wegen dieser Luchse, sondern aufgrund des unerlaubten Besitzes verbotener Waffen und einem weiteren Wilderei-Vergehen.

Die Anklagen entstanden aus der umfassenden Ermittlungstätigkeit der Staatsanwaltschaft um den Abschuss der streng geschützten Tiere. Nach Hinweisen eines Zeugen, wurden bei dem Beschuldigten bei einer Hausdurchsuchung verbotene Waffen sowie Pfoten und Ohren eines dritten Luchses sichergestellt. Bei keinem der drei Tiere konnte dem Mann nachgewiesen werden, dass er für die Tötung der Luchse verantwortlich war. Genaue Tatzeiten und Tatorte waren nicht mehr rekonstruierbar.

Ausreichende Beweise für einen vierten getöteten Luchs

Ein bei der Durchsuchung aufgefundener Wurfstern und ein "Nachtsicht-/-zielgerät" – laut Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft – bringen den Mann nun vor Gericht. Ihm wird der vorsätzliche Besitz zweier verbotener Waffen zur Last gelegt.

Zum anderen wurde in einem Waldgebiet eine Lebendfalle gefunden, die sich zu dem Beklagten zurückverfolgen lässt. Zusammen mit weiteren Spuren steht für die Staatsanwaltschaft fest, dass der Jäger zwischen Juni 2014 und September 2016 hier einen vierten Luchs fing und mit einer Kurzwaffe tötete. Genauere Angaben zu den gefundenen Spuren macht die Staatsanwaltschaft nicht. Die Anklage lautet auf vorsätzliches Nachstellen und Töten eines wild lebenden Tieres einer streng geschützten Art. Das Landgericht Cham ist mit dem Fall betraut.


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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