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Gesetz-Entwurf birgt Gefahr für Artenvielfalt

Biogaserzeugung: Nur mehr wirtschaftlich in großem Stil? Foto: JuwelTop/pixelio © JuwelTop/pixelio

In einer Pressemitteilung des Verbandes legt Präsident Jochen Borchert den Standpunkt der Jägerschaft dar: "Die geplanten Fördersätze der Novellierung des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG-Entwurf vom 06.06.2011) führen dazu, dass künftig nur noch industrielle Biogasgroßanlagen mit mehreren Tausend Hektar Fläche wirtschaftlich zu betreiben sind. Diese wirken sich jedoch negativ auf die Tierwelt aus.
Anstatt Fehlentwicklungen der letzten EEG-Novelle zu korrigieren, werden mit dem neuen Entwurf Fördersätze präsentiert, die bundesweit negative Auswirkungen haben werden. Die geforderte Begrenzung von Getreide, zu dem auch Mais gehört, auf einen energetischen Anteil von 50 Prozent sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, jedoch bleibe ungeklärt, woher die restlichen 50 Prozent kommen sollen, so Borchert.
Die wirtschaftlich günstigsten Alternativen seien derzeit Grünfutterroggen und sonstige Ganzpflanzen-Silagen. Wegen deren geringerer Energieausbeute müsste dafür jedoch künftig noch mehr Agrarfläche eingesetzt werden und die Konkurrenz von Energie- und Nahrungsmittelproduktion würde sich weiter verschärfen. Zudem falle die Ernte dieser Pflanzen in die Brut- und Setzzeit vieler Wildtierarten, die dort Deckung suchten.
"Energiewende ja, aber nicht auf Kosten der Artenvielfalt", forderte Borchert. Eine flächenmäßige Begrenzung des Maisanbaus müsse an den Einsatz wildtierfreundlicher alternativer Rohstoffe wie Wildpflanzen oder Futterrüben gekoppelt werden. Weiterhin plädiert der DJV für Vorgaben zu integrierten Naturschutzmaßnahmen wie Blüh- oder Schonstreifen. Dadurch werde eine Biotopvernetzung erzielt und unter anderem Äsung für Wildtiere geboten, heißt es in der Pressemitteilung.
Positiv wertet der DJV die geplante erhöhte Förderung für den Einsatz von Stoffen der Einsatzstoffvergütungsklasse II, zum Beispiel Mähgut von Blühstreifen. Das Projekt "Energie aus Wildpflanzen" zeige, dass dort große Potenziale liegen, insbesondere weil der Erntezeitpunkt außerhalb der Brut- und Setzzeit liege.
Der DJV-Fachausschuss "Landwirtschaft" wird im parlamentarischen Verfahren die Interessen der heimischen Wildtiere vertreten. PM