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Geschoss von Jäger schlägt in Kinderzimmer ein

Der Jäger fehlte das Wildschwein, das abgelenkte Projektil flog noch über einen Kilomter (Symbolbild).


Ende Oktober durchschlug ein Geschoss bei Oberteuringen (Bodenseekreis / Baden-Württemberg) ein Kinderzimmerfenster und prallte gegen die Wand. Dem Landratsamt in Friedrichshafen liegt nun die Einschätzung der Polizei vor.

Ein Jäger hatte auf ein Wildschwein geschossen und dieses gefehlt. Die Kugel schlug vor dem Stück auf dem Boden auf, mit einer Böschung im Hintergrund als Kugelfang. Das Geschoss wurde dabei nach Aussage des Pressesprechers des Landratsamtes „erheblich abgelenkt“ und veränderte seine Flugrichtung. Es flog über einen Kilometer weiter durch ein kurzes Waldstück, bevor es die Scheibe des Wohnhauses durchschlug. Die Polizei sieht kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten seitens des Jägers.

Landratsamt prüft weiter die Zuverlässigkeit

Für das Landratsamt ist die Prüfung dennoch nicht vollständig abgeschlossen: Es würden weitere Experten hinzugezogen, auch eine Ortsbegehung habe bereits stattgefunden. Das Wohnhaus sei von dem Stand aus nicht einsehbar und liege auch in anderer Richtung als die Schussrichtung. Verstöße gegen die UVV seien daher aktuell nicht erkennbar. Das Landratsamt als Waffenbehörde entscheidet über die Zuverlässigkeit des Jägers, der Prozess werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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