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Gerichtsentscheid: Müssen Waldbesitzer die Wisente weiter dulden?

Die Wisente im Rothaargebirge sind Teil eines jahrelangen Rechtsstreits. © Marcin Zakrzewski - stock.adobe.com

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am Freitag den Prozess um die Wisente im Rothaargebirge fortgesetzt. Bereits seit Jahren streiten sich Waldbesitzer sowie ein gemeinnütziger Verein, um die ausgewilderten Wisente im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge. Der BGH wies die Revision des Vereins zurück und gab die Sache an das Oberlandesgericht Hamm (NRW) zurück. 

Die Waldbesitzer fordern, dass der verantwortliche Verein "geeignete Maßnahmen ergreifen muss, um ein Betreten seiner Grundstücke durch die Wisente zu verhindern". Zudem steht die Forderung im Raum, dass der Verein die durch die Wildrinder verursachten Schäden an den Bäumen bezahlen muss. Es müsse laut den Waldbesitzern damit gerechnet werden, dass bis 70% des Baumbestandes durch die Wisente beschädigt werden könnte.

Kein Totalabschuss – sondern Umsiedlung

Ein Totalabschuss steht dabei nicht zur Debatte. Die Wisente könnten etwa in Nationalpark Bialowieza an der polnisch-weißrussischen Grenze umgesiedelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs, welche vor dem Gerichtstermin am Freitag veröffentlicht wurde. Seit der Auswilderung im Jahr 2013 führt das Projekt immer wieder zu massiven Streitigkeiten. Zahlreiche Gerichtsverfahren mit Waldbauern waren die Folge. Im Frühjahr schien es so, als gäbe es einen vernünftigen Kompromiss für alleDie Wisente sollten hinter einem Zaun gesichert werden. 

Der Bundesgerichtshof entschied am Freitag, dass die durch die Wisente entstandenen Schäden an den Bäumen durch den gemeinnützigen Verein bezahlt werden müssen. Das Oberlandesgericht Hamm soll nun allerdings klären, ob die Waldbauern die Wisente womöglich trotzdem dulden müssen. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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