Home News Gericht macht Rückzieher

Gericht macht Rückzieher

Kein schöner Anblick: Vom Mähwerk zerstückeltes Rehkitz. Foto: JMB © JMB

Wie wir berichteten (siehe Link unten), hatte damals das Amtsgericht Wolfach den Mann wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu einer einjährigen Freiheitstrafe auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt. Der Richter war der Auffassung, dass er durch den zuständigen Jagdausübungsberechtigten über die Kitze in der Wiese, die er mähte, informiert wurde. Demnach sei dem Landwirt das Tierleid vollkommen egal gewesen. Der Verurteilte legte nach der Urteilsverkündigung Berufung ein.
Dadurch landete der Sachverhalt schließlich beim Landgericht Offenburg. Wie „Baden-online.de berichtet, machte der Angeklagte gestern während der Verhandlung deutlich, wie sehr er den Vorfall bedauere. Er sei Bio-Bauer, was beweise, das ihm das Wohl der Tiere viel bedeute. Des Weiteren sei es am Tag der Mahd auf seinem Betrieb sehr hektisch gewesen und, dass so etwas vielen seiner Berufskollegen passiere. Der Verteidiger des Beschuldigten forderte die Aufhebung der Freiheitsstrafe und eine angemessenere Geldsumme. So sah das auch die Staatsanwaltschaft, die Tat ginge ihm sichtlich nahe. Dennoch hätte der Landwirt auf den Jäger hören und nach dem Ausmähen des ersten Kitzes mit seiner Arbeit aufhören müssen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe von mindestens 100 Tagessätzen zu 30 Euro.
Der vorsitzende Richter blieb mit seinem Urteil noch unter dieser Forderung. Nach einer knappen halben Stunde Beratungszeit mit den Schöffen lautete das Urteil: 2.250 Euro (75 Tagessätze zu je 30 Euro). Bei der Verkündigung mahnte der Richter, dass es das nächste Mal nicht bei einer Geldstrafe bleiben werde (AZ 6 AK 9/14).
BS


Einen Fimbeitrag darüber, wie man den Mähtod verhindern kann, sehen Sie hier.