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Vor Gericht: Heckler & Koch und SIG Sauer

Sowohl Sig Sauer als auch Heckler & Koch wurden zu saftigen Strafen verurteilt.


Millionen-Strafe: Hartes Urteil für Heckler & Koch

Der Waffenhersteller Heckler & Koch ist Ende Februar am Landgericht Stuttgart zu 3,7 Mio. € Strafe verurteilt worden. Zwei frühere Mitarbeiter erhielten Bewährungsstrafen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Firma zwischen 2006 und 2009 wissentlich Sturmgewehre, Maschinenpistolen und Zubehör zum Einsatz in Krisenregionen in Mexiko geliefert habe. Die zur Genehmigung eingereichten Unterlagen wiesen unverfängliche Zielorte aus. Laut Staatsanwaltschaft wussten die Angeklagten, dass die Angaben nicht stimmten, die Ausfuhrgenehmigungen somit erschlichen wurden.

Ein früherer Vertriebsleiter erhielt eine 22-monatige Bewährungsstrafe und eine Buße von 800.000 €. Eine Sachbearbeiterin wurde wegen Beihilfe zu 17 Monaten Haft auf Bewährung und 250 Sozialstunden verurteilt. Die Hauptverantwortlichen konnten nicht zur Rechenschaft gezogen werden: Ein früherer Bereichsleiter ist verstorben. Für einen nicht erschienenen Handelsvertreter aus Mexiko hat die Staatsanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl beantragt. CL

Landgericht Kiel: Deal für SIG Sauer-Manager?

Das Geschäft liegt fast zehn Jahre zurück – 38.000 Pistolen aus der Produktion von SIG Sauer sind über die USA nach Kolumbien gelangt. Und das hätte nicht passieren dürfen, sagt die Anklage. Die Verteidigung hingegen führt aus, dass SIG Sauer USA nur an die US-Beschaffungsbehörde TACOM geliefert habe, die die Pistolen weiterverkauft habe. Weil aber im Antrag „Endverbleib USA“ eingetragen war, deckte die Genehmigung die Ausfuhr formal nicht ab, so die Anklage weiter. Die Verteidigung hält die rechtlichen Konsequenzen, die das Landgericht Kiel aus der Genehmigungverfahren ziehen will, jedoch für falsch.

Trotzdem hat sie den drei ehemaligen Managern zu einem Kompromiss geraten, um eine jahrelange, belastende Hauptverhandlung für einen Freispruch abzukürzen. Durch die Geständnisse kämen alle drei Angeklagten um schwedische Gardinen herum, und es bliebe bei Bewährungsstrafen zwischen zweimal 11 Monaten bzw. einmal einem Jahr und zehn Monaten sowie Geldstrafen von einmal 90.000 und zweimal 900.000 Euro. SN


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