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Gericht gibt Jäger Recht

Ort des Geschehens: Auf dieser Kanzel ereignete sich der Übergriff. Foto: R. Schmidt © R. Schmidt

Was war los? Weil ein 71-jähriger Jäger mit seiner Büchse vom Hochsitz aus Probeschüsse abgab, fühlte sich ein 57-jähriger Anwohner gestört. Nach verbaler Auseinandersetzung endete der Streit blutig, da der Anwohner dem Grünrock eine Dachlatte mehrmals über den Kopf schlug (wir berichteten hier).
Am Montag, den 1. Dezember hat nun das Amtsgericht entschieden und dem Jäger Recht gegeben. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde der 57-jährige Angreifer zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten auf Bewährung und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit verurteilt. Zudem muss er ein Schmerzensgeld in Höhe von 800 Euro zahlen und für den entstandenen Sachschaden (zerrissene Weste und Brille im Wert von 300 Euro) aufkommen, so die Gerichtssprecherin Dr. Jaenette Vollmer.
Zu Recht, wie der Geschädigte Rüdiger Schmidt im Gespräch mit jagderleben mitteilte. „Mein Skalp ist scheinbar doch noch hart genug“, schmunzelte Schmidt. Zwölf mal habe man ihn wegen den Platzwunden „getackert“.
Umgehend nach dem Streit hatte der Jäger die Polizei aufgesucht und Anzeige erstattet. Bei der anschließenden Untersuchung attestierten ihm die Ärzte drei Platzwunden am Kopf und typische Abwehrverletzungen an den Armen.
Aufgrund von Vorstrafen, sei es nicht das erste Mal, dass der Anwohner rechtlich belangt wurde. Auch Schmidt und der Jagdaufseher des Reviers, Dieter Frunzke, attestierten dem Anwohner eine „gewisse Grundaggressivität“. Immer wieder habe es Probleme mit dem Mann gegeben. Der Streit ist nun aber noch nicht vom Tisch. Der Angreifer hat gegen das Urteil Berufung vor dem Landesgericht Limburg eingelegt.
MH