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Geldstrafe für Gnadenschüsse auf Haushunde

Ein Jäger, der die zwei Haushunde eines Ehepaars in deren Auftrag erschossen hatte, ist jetzt vom Amtsgericht Bad Segeberg zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Hunde hatten bei einem ungenehmigten Ausflug von den Besitzern unbemerkt wohl Rattengift gefressen.
Als die Hunde vom Streunen zurückkehrten, seien sie ruhiger gewesen als sonst. Am nächsten Morgen sei dann der ganze Flur, wo die Hunde schliefen, mit Blut und Erbrochenem bedeckt gewesen. Ein Hund konnte gar nicht mehr aufstehen, der andere taumelte. Das Ehepaar wollte die Hunde möglichst schnell von ihren Leiden erlösen und bat einen befreundeten Jäger, die Tiere zu erschießen. Der Weidmann fuhr mit den Hunden auf einen Schuttabladeplatz, wo er sie mit jeweils einem Schrotschuss erlöste und vergrub.
Aufgrund einer anonymen Anzeige kam die Sache vor Gericht. Das Segeberger Amtsgericht verurteilte den Jäger wegen vorsätzlichen unerlaubten Führens einer Schusswaffe zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 25 Euro (500 Euro). Hunde unterliegen nicht dem Jagdrecht, auch habe es sich nicht um Jagdschutz, also den Abschuss wildernder Hunde gehandelt, erläutert Richter Florian Wüllenkemper. Somit führte der Jäger seine Waffen illegalerweise nicht im Rahmen der Jagdausübung. Auch das Ehepaar wurde wegen Anstiftung zum unerlaubten Führen einer Schusswaffe zu jeweils 500 Euro Strafe verdonnert.
Der Vorwurf eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wurde im Laufe des Verfahrens von der Staatsanwaltschaft zwar fallengelassen, weil den Angeklagten geglaubt wurde, dass sie die leidenden Hunde erlösen wollten und davon überzeugt waren, dass tierärztliche Hilfe zu spät komme. Dennoch sei der Jäger nicht berechtigt, nicht dem Jagdrecht unterliegende Tiere zu töten, sein Verhalten bleibe damit auch ordnungswidrig, was jedoch wegen dem Urteil in der Strafsache nicht mehr gesondert geahndet wurde. SE

Bild: Das Töten von Hunden mit der Schusswaffe kann teuer zu stehen kommen – auch wenn es sich um einen Gnadenakt handelt. Foto: JGH-Archiv