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GdP contra Waffenbesitzer

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Freitag, 05.06.2015 - 02:10
Ob Waffenbehörde oder Polizei: Die meisten Jäger lassen Kontrollen bereitwillig über sich ergehen. Aber diese auch noch finanzieren? Foto: C. Oelzner © C. Oelzner

Wird in Nordrhein-Westfalen (NRW) die rechtmäßige Aufbewahrung von Schusswaffen zu wenig überprüft? Ja, meint die GdP und zielt damit auf rund 300.000 legale Waffenbesitzer im Bundesland ab. Aktuelle Zahlen über durchgeführte Kontrollen konnte GdP-Sprecher Stephan Hegger dazu aber nicht liefern. Genauso wenig nannte er Kreise oder Behörden, aus deren Dokumentationen eine mangelnde Kontrolltätigkeit ersichtlich ist. Stattdessen verwies er auf Beispiele aus 2010.
Eine Idee, um klamme Kassen zu füllen und das vermeintliche Kontrolleur-Defizit zu beheben hat die GdP auch schon parat: Eine „diskutierfähige“ Gebühr von zwanzig Euro pro Jahr und Waffenbesitzer! Alleine in NRW mit seinen rund 300.000 Betroffenen könne man so sechs Millionen Euro im Jahr einnehmen. Davon ließen sich etliche Stellen finanzieren. „Dieser Betrag verleidet keinem das Hobby und ist eher eine Kostenbeteiligung der Kostenverursacher“, so Hegger im Gespräch mit der Redaktion. Es gebe permanent Leute, die mit den Verwahrungsvorschriften nicht richtig umgehen könnten. Immer wieder würden auch legale Waffen bei Straftaten eingesetzt, zudem müsse im Vorfeld reagiert werden bevor wieder ein Amoklauf passiere. Für den GdP-Sprecher ist es ebenso denkbar, dass die eingenommenen Bußgelder in den Gehaltstopf für die Arbeitskräfte fließen. Ziel sei es, pro Kontroll-Behörde einen Mitarbeiter zu beschäftigen.
Und wer ist die Kontrollbehörde? Interessanterweise sind in NRW die örtlichen Polizeibehörden für die Überprüfung der Zuverlässigkeit von Waffenbesitzern zuständig. Im Umkehrschluss müssten die Stellen so auch dort geschaffen werden. Geht es also gar nicht um die von der GdP propagierte „Abrüstung in den Wohnzimmern“, sondern darum, die von der Gewerkschaft vertretene Berufsgruppe zu stärken?
Beim Landesjagdverband sieht man jedenfalls keinen sachlichen Grund für diesen Vorstoß aus heiterem Himmel. Laut Pressesprecher Andreas Schneider liege der Fokus nicht bei den legalen Waffenbesitzern von denen statistisch gesehen kaum eine Gefahr ausgehe. Seiner Meinung nach handle es sich um ein „internes, polizeiliches Vollzugsproblem.“
MH