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Gänse in Vogelschutzgebieten: Kompensationsgelder für Landwirte

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Donnerstag, 17.03.2022 - 09:39
Graugans-Grünfläche © ©Piotr Krzeslak - stock.adobe.com
Verschiedene Gänsearten, unter anderem Graugänse, sind für massiven Schäden auf Acker- und Grünlandflächen verantwortlich.

Die Schäden beziehen sich auf 28.000 Hektar Acker- und Grünlandflächen, die in EU-Vogelschutzgebieten liegen. In Niedersachsen existieren 16 dieser Schutzgebiete mit nennenswerten Wildgänsevorkommen. Insgesamt nehmen sie eine Fläche von 125.000 Hektar ein. Hinzugezählt werden muss noch der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

In den vergangenen Jahren sind die durch Wildgänse verursachten Schäden gestiegen. Das veränderte Zugverhalten einzelner Gänsearten, wie der Nonnengans, und der im Allgemeinen anwachsende Besatz der Wildgänse haben zu immer größeren Schäden geführt. Damit die Vögel im Winter ungestört auf den landwirtschaftlichen Flächen in den Naturschutzgebieten äsen können, würde das Land Niedersachsen mit Hilfe der EU mit Hilfe des bereitgestellten Geldes den Mehraufwand und die Verluste der Landwirte kompensieren, heißt es aus dem Ministerium.

Betroffene kritisieren das Programm „Nordische Gastvögel“, in dessen Rahmen die Gelder fließen. Die Fördergelder würden gerade einmal die Kosten für die Lohnunternehmer decken, die engagiert werden müssten, so der Landwirt und Jäger Hero Schulte. Weil erst ab dem 1. April jeden Jahres die Flächen zur Bewirtschaftung freigegeben würden, wäre es für die Landwirte nicht mehr möglich, das Arbeitspensum allein zu bestreiten. Zudem würden die Gelder nach Hektar-Anzahl und nicht nach den durch die Wildgänse entstandenen Schäden abgerechnet werden. Von Entschädigungszahlungen könne nicht die Rede sein.

Durch den Beginn der Schonzeit am 1. Dezember jeden Jagdjahres und das Verbot des Einsatzes von Vergrämungsanlagen zwischen dem 1. November und 31. März würden die Vogelschutzflächen noch stärker durch Wildgänse frequentiert. Dadurch würde ein Ungleichgewicht zwischen den nicht geschützten und den Vogelschutzgebieten entstehen. Diese Tatsache und weitere Bewirtschaftungsauflagen würden starke Ernteverluste nach sich ziehen, so Hero Schulte. Landwirte, die das Förderprogramm „Nordische Gastvögel“ nicht in Anspruch nehmen würden, hätten zumeist unter denselben Auflagen zu wirtschaften, jedoch ohne Anspruch auf Kompensationsgelder.


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