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Gängelung auf Papier

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Montag, 04.05.2015 - 15:04
Verfrüht? Der LJV will die Protestfahnen noch nicht zusammenrollen. Foto: MH © MH

Mehrere Jahre wurde um das Jagdgesetz gerungen. Nun stellt das Umweltministerium die seines Erachtens wichtigsten Änderungen vor:
      • Verbot des Tötens von Katzen
        Der Abschuss von Hunden ist nur noch in absoluten Ausnahmen möglich, wenn andere und mildere Mittel vorher nicht erfolgreich waren. Der Abschuss von Hauskatzen wird grundsätzlich untersagt.
      • Baujagd nur noch in Ausnahmefälle
        Grundsätzliches Verbot der Baujagd auf Füchse oder auf Dachse im Natur- und Kunstbau, allerdings mit Ausnahmen beispielsweise im Falle der Öffentlichen Sicherheit und Gesundheit sowie der Gefahrenabwehr. Zum Schutz der Tierwelt kann auch regional, etwa zum Schutz von Bodenbrütern in Naturschutzgebieten die Jagd im Kunstbau zugelassen werden.
      • Änderungen bei Büchsenmunition
        Ab dem 1. April 2016 wird bleifreie Munition vorgeschrieben.
      • Aktualisierung des Kataloges jagdbarer Arten
        Der Katalog der jagdbaren Arten wird neu festgelegt. Arten wie Wildkatze, Luchs, Graureiher und Greifvögel sind aus der Liste der jagdbaren Arten gestrichen worden. Neu aufgenommen wurde der amerikanische Nerz (Mink).
      • Verbot von Totschlagfallen
      • Verbot der Hundeausbildung an der flugunfähigen Ente und am Fuchs in der Schliefenanlage
        Die Ente darf zur Hundeausbildung nicht mehr flugunfähig gemacht werden. Beim Fuchs ist nur noch die Arbeit auf dessen Duftspur erlaubt.
      • Einführung eines jährlichen Schießnachweises
        Als Voraussetzung für die Teilnahme an Bewegungsjagden wird ein Schießnachweis eingeführt. Dieser kann auf dem Schießstand, aber auch in Schießkinos erbracht werden.
      • Einführung einer Meldepflicht bei Wildunfällen
        Künftig werden Fahrzeugführern/innen bei Wildunfällen mit Schalenwild verpflichtet diese zu melden. Ansprechpartner ist die Polizei.
      • Abschaffung der behördlichen Trophäen-Schau
      • Erweiterung der Gremien der Jagdverwaltung
        Die Jagdbeiräte werden um je einen Vertreter oder eine Vertreterin des Tierschutzes erweitert. Das heißt, neben dem LJV werden weitere vier (darunter auch der ÖJV) Vertreter gehört. Die Beiräte sind in allen grundsätzlichen Fragen zu hören.
      • Aussetzen von Wildtieren nur als Hegemaßnahme
        Das Aussetzen von beispielsweise Fasan und Stockenten wird unter Genehmigungsvorbehalt gestellt. Voraussetzung ist der Nachweis biotopverbessernder Maßnahmen für die auszusetzende Wildart.
      • Stärkerer Schutz des Waldes und wertvoller Schutzgebiete
        Oberstes Ziel ist eine Anpassung der Wildbestände an die Kapazitäten des jeweiligen Naturraumes. Jäger/innen sowie Waldbesitzer/innen sollen die jagdlichen Konzepte künftig so weit wie möglich gemeinsam planen. Die Bejagungsmöglichkeiten für Rehwild und Rothirsch sollen ausgeweitet werden.
      • Bildung von Jagdvereinigungen
        Die Voraussetzungen zur Bildung von Jagdvereinigungen werden erleichtert und analog zu den Kriterien der anerkannten Tierschutzverbände formuliert.

      Andreas Schneider vom Landesjagdverband (LJV) NRW kritisierte im Gespräch mit der Redaktion nochmals den Weg des Gesetzes bis zur Verabschiedung am vergangenen Mittwoch: Vom Verfahren her sei dies äußerst befremdlich gewesen, so Schneider. "Wir werden das Thema natürlich weiter am kochen halten", versicherte er. Momentan prüfen die Jusristen des LJV das Gesetz. Beim Landesjägertag am 30. Mai sollen dann alle Mitglieder detailliert informiert werden.

      PM/MH

      Hier finden Sie die Mitteilung des Umweltministeriums NRW.