Home News Aus für Rot , Dam und Muffelwild

Aus für Rot-, Dam- und Muffelwild

am
Sonntag, 20.12.2015 - 01:10
Im Lainzer Tiergarten wird es diesen Damhirsch bald nicht mehr geben. Foto: MA 49 Lammerhuber © MA 49 Lammerhuber
Im Lainzer Tiergarten wird es diesen Damhirsch bald nicht mehr geben. Foto: MA 49 Lammerhuber

Der 2.450 Hektar große Lainzer Tiergarten im Westen der Stadt Wien ist Lebensraum für zahlreiche Wildarten. Eine rund 22 Kilometer lange Mauer grenzt das ehemalige kaiserliche Jagdgebiet ab. Das sei auch das Problem, denn das Bauwerk verhindere das Auswechseln, sagte Roman David-Freihsl, Sprecher der Umweltschutzabteilung. Gemeinsam mit Umwelt- und Tierschützern habe man deshalb einige Änderungen im Management ausgearbeitet. „Zukunftsorientiert, tierschutzgerecht und ökologisch“, so der Sprecher. Konkret bedeutet das, dass insbesondere die Schalenwildbestände reduziert oder sogar ganz verschwinden werden. Während es beim Schwarz- und Rehwild darum gehe, ein lebensraumverträgliches Niveau zu erreichen, soll der Bestand an Rot-, Dam- und Muffelwild schrittweise vollständig verschwinden. Für Rotwild sei das Gebiet zu klein, die anderen beiden Wildarten seien nicht heimisch, so die Begründung.
Wie das geschehen soll, ist ebenfalls klar: durch Eiweißpräparate und Jagd. Die künstliche Fruchtbarkeitskontrolle soll zunächst Dam- und Muffelwild betreffen und wird durch ein wissenschaftliches Pilotprojekt begleitet. Bejagt werden vor allem Schwarz- und Rehwild. In diesem Zuge prüfe man gerade die gesetzlichen Voraussetzungen für den Einsatz von Schalldämpfern, Restlichtverstärkern und Scheinwerfern. Das Management sieht weiter vor, Jagdruhezonen zu schaffen und die Wildfütterung auslaufen zu lassen. Sobald die Wildbestände gesenkt sind, ziehe man langfristig ein punktuelles Öffnen der Mauer in Betracht, heißt es abschließend.
MH/PM