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Nach Fuchsjagd verurteilt

So fand eine Spaziergängerin den angebleiten Fuchs. Foto: Imke Widmann © Imke Widmann

Das Amtsgericht Göppingen belegte zwei Waidmänner mit einer Geldstrafe von knapp unter 60 Tagessätzen wegen Tierquälerei. Die Angeklagten hatten einen angeschossenen Fuchs nicht ordentlich nachgesucht. Als dieser dann später von einer Zeugin im Wundbett gefunden wurde, reagierten sie erst nach Stunden. Das Geschehen spielte sich am 24. Dezember 2015 ab.
Der Pächter sprach damals noch so davon: „Unser Verhalten war einwandfrei. Optimaler hätte man nicht vorgehen können“. Jetzt versuchte er seinem Jagdgast, der den Fuchs nachts beschossen hatte, die Schuld zuzuweisen und sah sich selbst als komplett unschuldig und nicht verantwortlich. Die Richterin war anderer Meinung, denn sie sah ihn in der Pflicht, er hätte unverzüglich eine Nachsuche organisieren müssen. Der Revierinhaber erwiderte darauf: „Das muss der zu Ende bringen, der geschossen hat.“
Der Schütze hatte nach seinen Angaben intensiv gesucht und den vermeintlichen Fehlschuss dann am frühen Morgen dem Jagdherr gemeldet. Dieser wurde aber später vom örtlichen Bürgermeister über das Aufinden des verletzten und unzureichend nachgesuchten Rotrocks unterrichtet und unternahm seinerseits nichts. Vor Gericht gab er Bettlägerigkeit als Grund für sein unterlassenes Handel an, als der Bürgermeister ihn aber daheim aufsuchen wollte, war er nicht zu Hause. Die Zeugin, die das Tier gefunden hatte, "ermittelte" daraufhin selbstständig den bis dahin unbekannten Jagdscheininhaber. Wie die Frau gegenüber jagderleben berichtete, war dieser zu dem Zeitpunkt immer noch von einem Fehlschuss ausgegangen. Erst nachdem sie den Mann über das verletzte Tier informierte, erlöste er es gegen 16 Uhr.
Die Richterin legte dem Pächter eine Strafe von 50 Tagessätzen à 50 Euro auf. Da der Schütze, nachdem er über die Sachlage informiert war, relativ zügig handelte, bekam er "nur" eine Strafe von 50 Tagessätzen à 40 Euro.
RW
 


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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