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Friedliche Fassade bröckelt

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Mittwoch, 25.06.2014 - 16:54
Foto: Wolfram Martin © Martin Wolfram
Foto: Wolfram Martin

Schäden durch Wisente: Erst schälen, dann gibt's den Saft. Foto: Wolfram Martin

Im Frühjahr schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Die Wisentdiskussion stand auf sachlichen, transparenten und fairen Füßen. Doch jetzt werfen sich Verantwortliche und Betroffene gegenseitig öffentlich Falschaussagen vor. Hatte man im März, April und Anfang Mai noch gehofft, dass sich dieses Jahr die Schälschäden durch Wisente insbesondere an Buchen in Grenzen halten, so sprechen jetzt alle Anzeichen und Beobachtungen dafür, dass sich doch nichts geändert hat. Im Gegenteil: Geradezu wollüstig stürzen sie sich auf die nun im vollen Saft stehenden Buchen.
Sowohl auf einer Pressekonferenz (siehe PIRSCH 11/2014) als auch im Nachhinein in den Medien behauptet Rentkammerdirektor und Vorstandsmitglied im Wisent-Trägerverein Johannes Röhl, „...daß jeder Schaden, der im Hochsauerlandkreis durch die Wisente entstanden ist..., auf Heller und Pfennig beglichen wurde.“ Dem hält Georg Feldmann-Schütte von der Forstbetriebsgemeinschaft Oberkirchen (Schmallenberg) entgegen, daß „...bei zwei geschädigten Waldbesitzern... die Schäden in Höhe von zirka 6.500 Euro nicht ausgeglichen worden sind.“ Ein weiterer Waldbesitzer soll auch nach der dritten Mahnung über 5.144,42 Euro noch kein Geld von der „Wisent-Welt-Wittgenstein“ erhalten haben und bezeichnet somit die Aussage von Röhl öffentlich als „falsch“.
Auf Anfrage von PIRSCH stellt Johannes Röhl schriftlich klar, daß es „…in der Abwicklung der Schäden in der Tat zu Verzögerungen gekommen ist, die uns bis vor Kurzem nicht bekannt waren. Außerdem haben einige der betroffenen Waldbesitzer Ansprüche erhoben, die so aus Sicht der Versicherung nicht gerechtfertigt waren. Zudem ist wohl von den Geschädigten ein Sachverständiger hinzugezogen worden, dessen Kosten das normale Maß weit überschreiten und die daher auch nicht ohne weitere Erklärungen von der Versicherung akzeptiert wurden."
Wolfram Martin