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Friede auf Erden

Das Bild beweist: Kaninchen fühlen sich in Straßennähe pudelwohl. Foto: Stefan Meyers © Stefan Meyers

Denn dort lässt sich entspannt grasen, herumtollen, sonnenbaden. Beutegreifer dagegen meiden eher stark befahrene Straßen – oder, wenn sie es nicht tun, fallen dem Autoverkehr zum Opfer. Da liegt es auf der Hand, dass sich Kaninchen neben der Schnellstraße ungestresst wohl fühlen. Jedenfalls tun das seine amerikanischen Verwandten, Baumwollschwanz-Kaninchen und Eselhase. Sind auch Europäische Kaninchen so Auto-affin? In einigen Region tritt die höchste Kaninchendichte tatsächlich entlang von Straßen und buddelfähigen Böschungen auf.
Spanische Biologen wollten genauer prüfen, ob das auch für die Schlüsselart der Ökosysteme am Mittelmeer zutrifft. Ganz nah an Dieselduft und Straßenlärm fühlen sich in Spanien die Kaninchen nicht so wohl. Die höchste Nagerdichte fanden die Forscher etwa einen halben Kilometer weg von der Autobahn. Die meisten Beutegreifer – und Jäger – stellen dagegen ab einem Kilometer Straßenferne ihrer Beute nach. Füchse sind eben ungeschickte Verkehrsteilnehmer, die Unfallopfer nicht so leicht mit üppiger Fortpflanzungsrate ersetzen können. Und Jäger mögen es halt lieber „wild“ beim Jagen.
 


Dr. Christine Miller Wildbiologin und Journalistin aus Rottach-Egern, hat in etlichen Ländern mit unterschiedlichen Jagdsystemen gearbeitet.
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