Freizeitsportler verdrängen Rotwild

Das Raum-Zeit-Verhalten der Rothirsche wird stark von Erholungssuchenden beeinflusst.


Jagdruhe allein reicht eben nicht – dies ist eine Erkenntnis, die aus den Untersuchungsergebnissen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) hervorgeht. Anlass für das Studie war die seit Jahren steigende Zahl von Erholungssuchenden im Schwarzwald. Dazu wurde Rotwild besendert und gleichzeitig mit Hilfe von Lichtsensoren das Bewegungsmuster der Freizeitsportler aufgezeichnet. Daraus ergab sich, dass die Tiere Menschennähe großräumig meiden und daher erst nachts zum Äsen in die untertags stark frequentierten Bereiche ziehen. "Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass sie nachts nicht zusätzlich gestört werden", betont die FVA mit Blick auf zunehmende nächtliche Aktivitäten.

Daher müsse man dem Wild ausreichend zeitliche Ausweichmöglichkeiten bieten. Dies mag zwar in großen Schutzgebieten wie dem Nationalpark Nord Schwarzwald möglich sein, auf klein strukturierter Fläche ohne Wildruhezonen jedoch kaum umsetzbar. Anstatt dem König der Wälder jedoch möglichst viel Rückzugsraum zur Verfügung zu stellen, setzt man in Baden-Württemberg auf "rotwildfreie Gebiete". Nur auf vier Prozent der Landesfläche darf die Art nach Angaben der Deutschen Wildtierstiftung existieren. PM


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