Freispruch für Unglücksschützen

Ein Jäger, der bei einer Drückjagd Mitte Oktober 2008 in Thüringen einen 12 Jahre alten Treiber angeschossen hatte, ist am Amtsgericht Bad Lobenstein freigesprochen worden. Der Schütze hatte auf eine angeschweißte Sau geschossen. Auf den Schuss hin brach der in etwa 75 Metern Entfernung stehende und mit einer Warnweste bekleidete Junge schreiend zusammen. Die Kugel war oberhalb seiner linken Brustwarze eingedrungen und hatte eine Rippe zertrümmert. Diese wurde im Krankenhaus entfernt. Einem Bericht der Ostthüringer Zeitung zufolge, leidet der Junge seitdem an einer Haltungs- und Hebeschwäche und darf keinen Sport mehr treiben.
Der Ballistikgutachter hatte festgestellt, dass die Kugel im Wildschweinkörper um 60 Grad abgelenkt wurde. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine „nicht vorhersehbaren Mehrfachablenkung“ gehandelt habe, so das Gutachten, sprach der Richter den 73-jährigen Angeklagten frei (AZ 610JS10430/09).­ SE