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Freilaufende Hunde reißen vermehrt Rehwild

Dieser Rehbock wurde von wildernden Hunden gerissen. © Klaus-Peter Leutz

Dieser Rehbock wurde von wildernden Hunden gerissen.


Immer öfter wird über freilaufende Hunde berichtet, die Rehe hetzen und sogar reißen. Mehrere Vorfälle wurden vor kurzem auch in der Gemeinde Seefeld (Landkreis Starnberg, Bayern) bekannt. Der jüngste Fall ereignete sich Ende April nahe einem Waldstück bei Gut Tiefenbrunn. Bereits zuvor fanden Spaziergänger einen toten Bock im Jagdrevier Drößling. Christian Wagner, ortsansässiger Jäger und Landwirt, berichtet im Gespräch mit der Redaktion, dass jedes Jahr mehrere gerissene Rehe in der Region gefunden werden.

Konsequenzen für den Nachwuchs

Vor allem hochbeschlagene Geißen können vor den Hunden nicht mehr schnell genug flüchten. Amtsveterinär Dr. Armin Deutz erklärt der Redaktion, dass es sogar zu Aborten (Fehlgeburten) kommen könne. Diese werden durch eine hohe Stressbelastung ausgelöst, zudem tragen Stöße auf den Bauch während der Flucht dazu bei, so der Experte. Freilaufenden Hunde stellen aber nicht nur eine Gefahr für Rehe, sondern auch für anderes Niederwild, beispielsweise Junghasen, oder Gelege von Bodenbrütern dar.

Aufklärung bei den Hundehaltern

Christian Wagner, der auch Mitglied im Gemeinderat ist, wünscht sich, vor allem während der Brut- und Setzzeit, mehr Rücksicht von den Hundehaltern. Diese sollen künftig mithilfe von Schildern an vielfrequentierten Spazierwegen darüber informiert werden. Das Schilderprojekt werde, so Wagner, von der Gemeinde finanziell unterstützt. Diese kümmere sich zudem um das Aufstellen der Schilder.

Nach Angaben der Gemeindeverwaltung gibt es im Gemeindegebiet Seefeld keine generelle Anleinpflicht. Sollte durch das Schilderprojekt keine Veränderung erkennbar sein, wäre eine Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit eine mögliche Alternative.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.