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Freibrief für Schonzeit-vergehen erteilt

Dieser "Freibrief" wurde jagderleben.de zugespielt. Foto: BS/WER © BS/WER

Des weiteren entscheide der Erleger "...im eigenen Ermessen über eine Selbstanzeige bei den Jagdbehörden“ und es sollen auch „...keinerlei Jagdbetriebskosten...“ mehr erhoben werden. Van der Heide lässt in dem Schreiben mit dem Aktenzeichen III J 40 (am 19. Oktober verfasst, aber erst jetzt der Redaktion zugespielt) kundtun, dass der „kontinuierliche Streckenanstieg beim Rehwild ... zweifelsfrei auf einen Populationsanstieg hindeutet“, man jedoch gleichzeitig forstliche Kalamitätsflächen mit den verbissgefährdeten Baumarten Douglasie, Eiche und verschiedenen Tannenarten bestocken möchte.
Um diese waldbaulichen Ziele zu erreichen, wurde eine Streckensteigerung beim Rehwild beschlossen. Abteilungsleiter van der Heide sieht jedoch die Effektivität der Bewegungsjagden „...durch jagdrechtliche Hemmnisse gemindert“. Vor allem scheint er seinen Jägern bzw. Jagdgästen die „...sehr hohen Anforderungen an die Ansprechfähigkeiten“ nicht zuzutrauen und beklagt, dass „...zahlreiche Möglichkeiten zur Erlegung weiblichen Rehwildes nicht genutzt“ werden. Um diese Verunsicherung von den Schultern der Schützen zu nehmen, sollen deshalb oben genannte Freibriefe verteilt werden.
MW


Stellungnahme von Hessen-Forst vom 19. Dezember 2012:

Wie eine Sprecherin von Hessen-Forst auf Anfrage von jagderleben.de mitteilte, wurden heute sämtliche Forstamtsleiter aufgefordert, versehentliche Bockabschüsse während der Schonzeit doch wieder anzuzeigen.
Wörtlich heißt es dazu in der Stellungnahme gegenüber jagderleben.de: "... bei versehentlichem Erlegen eines Rehbocks sollen die Jagdleitungen von Anzeigen absehen. Dieser Hinweis wurde zwischenzeitlich korrigiert." Das entsprechende Schreiben wurde auf Anraten des Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) verfasst.
BS