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Frau mit Hunden von Wildschweinen angegriffen

Beim Versuch, ihre Hunde vor den Wildschweinen zu schützen, wurde Hundetrainerin Deniz Inan selbst verletzt.


Die Hundetrainerin Deniz Inan war am Abend des 16. April mit acht Hunden bei Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land, Bayern) unterwegs, als sie von drei Wildschweinen, wohl Bachen angegriffen wurde. Sie sei bereits auf dem Rückweg zum Auto gewesen, erklärt Inan gegenüber der Redaktion. Zuvor hatte sie vier der Hunde, drei Rottweiler und einen Mischlingsrüden mittels eines Geschirrs zum sogenannten „Canicross“- Training an sich angeleint gehabt. Die vier kleineren Hunde seien nebenher getrottet. Kurz vor dem Parkplatz habe sie dann die vier großen Hunde ebenfalls von der Leine gelassen, so Inan weiter. Alle acht Vierbeiner hielten sich jedoch weiterhin auf dem breiten Weg in ihrer unmittelbaren Nähe auf. Plötzlich schoss ein Wildschwein aus dem Wald und rammte einen der Rottweiler. Auch ein weiterer Hund wurde angegriffen. Sie habe sich sofort auf den verletzten Vierbeiner geworfen, um ihn zu schützen, berichtet Inan. Ihre Rottweiler konnten sich nicht richtig gegen den Angriff der Wildschweine wehren, weil sie Maulkörbe trugen. Diese legt sie den Tieren an, weil andere Menschen dann besser auf die Hunde reagieren sagt die Hundetrainerin.

Ein Hund tot, fünf verletzt

Erst als zwei Jogger zu Hilfe eilten, zogen sich die insgesamt drei Schwarzkittel zurück. Sie habe sofort ihren Wagen geholt, und die verletzten Hunde in die Tierklinik gebracht. Dort sind fünf der Hunde immer noch untergebracht. Ein Mischlingsrüde, den Inan zu dieser Zeit in Obhut hatte, verstarb an seinen Verletzungen. Sie selbst hat einige Prellungen und Schnittwunden davongetragen, weiß aber nicht, wer diese im Getümmel verursacht hat, so Inan. Es sei für sie nie in Frage gekommen, die Hunde im Stich zu lassen und sich selbst zu retten. Die Hundetrainerin ruft selbst immer wieder dazu auf, Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen und hält ihre Hunde strikt auf den Wegen, wie sie betont. Sie habe nicht damit gerechnet, dass die Veröffentlichung des Vorfalls solche negativen Reaktionen hervorrufen würden. Ihre Kunden – darunter auch Jäger – hätten ihr allerdings keine Vorwürfe gemacht.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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