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Frankfurt: 58.000 € für Nilgans-Zaun

Nilgans-im-Park © Matthias - stock.adobe.com

Die Nilgänse sorgen für Probleme im Frankfurter Ostpark


Die Nilgans bereitet in Frankfurt (Hessen) Probleme. Besonders im Ostpark sind die Vögel in großer Anzahl vertreten. Um dem Problem endlich Herr zu werden, hat Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) im vergangenen Jahr das „Modellprojekt Nilgans-Management“ ins Leben gerufen. Mit einer Schutzhecke wollte man das Flugwild endlich in die richtigen Bahnen lenken – für viel Geld. Wie eine Sprecherin des Umweltdezernats gegenüber der Redaktion angab, sind für das Modellprojekt bisher rund 58.000 Euro an Kosten aufgelaufen.

Alter Zaun abgebaut und neuer Zaun errichtet

Der Frankfurter Ostpark wird von vielen Erholungssuchenden genutzt. Zugekotete Liegeflächen sorgen dabei aber immer wieder für Ärger unter den Besuchern. Deshalb wurde im vergangenen Jahr zunächst ein hoher Sichtschutzzaun provisorisch errichtet. Nachdem die Projektverantwortlichen mit dem Erfolg zufrieden waren, wurde der Zaun ab- und ein niedrigerer Sichtschutzzaun mit Hecke in diesem Jahr wieder aufgebaut. Finanziert wird das Projekt vom Hessischen Umweltministerium.

Laut lokalen Medien würden die Nilgänse die Zäune einfach überfliegen. Auch "Bild.de" berichtete, dass zeitweise mehr Gänse als Jogger auf den Gehwegen unterwegs seien. Das Umweltdezernat gibt jedoch an, dass ein großer Teil der Gänse auf die Parkseite mit deutlich geringerem Freizeitdruck gelenkt werde und das Projekt daher erfolgreich sei.

Bejagung sei keine Option

Auf Nachfrage der Redaktion, wie die Maßnahmen mit der Einstufung als invasive Art seitens der EU in Einklang gehen, gibt das Umweltdezernats an, dass aus deren „Sicht kein Biodiversitätsschaden verursacht wird.“ Eine Bejagung wäre nicht effektiver und sei „aus technischen Gründen nicht möglich und zielführend, weil diese dauerhaft und mehrfach im Jahr erfolgen müsste.“

Axel Seidemann, Stadtjäger in Frankfurt, sieht das anders. Die Bejagung von Nilgänsen in Freibädern hätten gezeigt, dass man mit dem Abschuss einzelner Tiere durchaus für längere Zeit „Ruhe“ schaffen könne und das für deutlich weniger Geld. Auch sehe er in der Bejagung des Parks, unter Einbeziehung der Polizei zur Absicherung, keinerlei Probleme. „Da wir mit Schrot schießen müssen, ist der Gefahrenbereich gut eingrenzbar“, so Seidemann.

Das Umweltdezernat sieht noch einen weiteren Punkt, der gegen eine Bejagung spricht: „Im Übrigen würden die Gänse durch die Bejagung von einer Parkanlage in die Nächste vertrieben. Das aber löst das Problem nicht, sondern verlagert es auf andere Bereiche.“ In wie weit sich das von der Wirkung des Zaunes, der dafür sorgen soll, dass die Gänse in andere Bereiche "vertrieben" werden, unterscheidet, verrät das Umweltdezernat jedoch nicht…


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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