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Forstverwaltung entschuldigt sich bei Jägern

Ministerialdirigent Georg Windisch übernahm gegenüber dem BJV die Verantwortung für die Irritationen. <div align="right"> Foto: JMB</div>


Der Abschlussbericht einer im Auftrag des damaligen Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten installierten Projektgruppe "Waldumbau - Klimawandel" vom 23. Oktober 2008 hat in Bayern für erheblich Unruhe gesorgt.
Nachdem eine Jagdzeitschrift über das bisher außerhalb des Ministeriums unbekannte Papier berichtet hatte, nahm der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Prof. Dr. Jürgen Vocke, in einem "Info-Brief" an die Kreisgruppen Anfang März dazu Stellung. Dabei fasste er das aus seiner Sicht skandalöse an dem Bericht wiefolgt zusammen: "Wir, die bayerischen Jägerinnen und Jäger, werden hier als verfilzt und uneinsichtig bezeichnet. Der zu erwartende Generationenwechsel innerhalb des BJV soll dazu genutzt werden, ein neues Bild von der Jagd zu schaffen: An die Stelle eigenverantwortlichen Bürgerengagements soll die „Jagd als Dienstleistung“ unter dem Motto „Wald vor Wild“ treten. Was wir als waidgerechte Jagd tagtäglich in den Revieren leisten, soll in der Gesellschaft über eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit („medialer Humus“) als „veraltet, überkommen und muffig“ vermittelt werden. Dazu passt, dass der Ökologische Jagdverein Bayern (ÖJV) unserem BJV gleichgestellt werden soll". Zitat Ende.
Vocke kündigte Gegenmaßnahmen und Gespräche auf höchster Ebene an. Mit Erfolg, wie es scheint.
In einem Schreiben vom 5. März 2010 an den BJV übernimmt der Leiter der Forstverwaltung im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, Ministerialdirigent Georg Windisch, die Verantwortung für den Bericht und entschuldigt sich bei Bayerns Jägerschaft. Er bezeichnet die beanstandeten Passagen als "Formulierungen aus dem Diskussionsprozess", festgehalten von einem "externen Moderator". Wörtlich schreibt Windisch: "Ich habe Verständnis dafür, dass die im Artikel genannten, vom Moderator stellenweise recht pointiert und überspitzt festgehaltenen Formulierungen zu großem Unmut führen. Ich möchte aber klar stellen, dass weder das Staatsministerium noch ich persönlich den Inhalt dieser Formulierungen teilen und sie in keiner Weise Eingang in Konzepte der Forstverwaltung gefunden haben. Als Leiter der Forstverwaltung übernehme ich aber die Verantwortung und entschuldige mich deshalb in aller Form bei Ihnen und allen von diesen Aussagen betroffenen Jägerinnen und Jägern und bringe mein Bedauern für die entstandenen Irritationen zum Ausdruck." Zitat Ende.
Ob dies ausreicht, um die Wogen zu glätten, scheint aber fraglich. Schließlich spiegelt der Bericht trotz der jetzt erfolgten Distanzierung Meinungen aus dem Ministerium oder seinem Umfeld wider. Und auf Ministerialdirigent Windisch sind Bayerns Jäger ohnehin nicht gut zu sprechen: Mit seinen "Anweisungen" zur Umsetzung der Empfehlungen der Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung in Bayern sorgte er bereits in der Vergangenheit für Unmut. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er damit schon mal im Kompetenzbereich der Landratsämter "wildert". JMB