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Folgenschwere Verwechslung

Im August 2013: Die Polizei ermittelt am Ort des Geschehens. Foto: dpa © dpa

Der tragische Vorfall ereignete sich im August 2013 bei Brandenburg an der Havel (wir berichteten). Der Schütze gab an, dass er seinen Kumpanen für ein Stück Schwarzwild hielt und abdrückte. Ein Gericht verurteilte ihn im vergangenen Jahr wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Der Verteidiger des Mannes legte daraufhin das Rechtsmittel der Revision beim zuständigen Oberlandesgericht (OLG) ein, nachdem das Landgericht das Urteil zunächst bestätigt hatte. Die OLG-Richter entschieden, dass jedoch eine unzulässige Vermischung von Sachverhalten bei der Strafzumessung stattgefunden habe. Dadurch musste nun vergangene Woche eine andere Strafkammer den Fall verhandeln.
Unbestritten blieb vor Gericht die Schuldfrage. Der Beklagte sei aber geständig, relativ alt (75) und gesundheitlich angeschlagen. Ebenso versorge er seine kranke Ehefrau. Die Strafe sei deshalb zur Bewährung auszusetzen.
Unweit des damaligen Unglücksortes passierte nun am Mittwoch (9. September) erneut das Unvorstellbare: Ein 30-Jähriger hörte an einem Maisfeld bei Nauen ein Rascheln und gab einen Schuss in die Richtung ab, ohne sich zu vergewissern, was er da vor sich hatte. Er traf einen Anwohner (31) tödlich. Die Begleiterin (23) des Opfers wurde am Arm verletzt und musste notoperiert werden. Jagdverbände zeigten sich fassungslos über das Geschehene und sprachen den Betroffenen tiefstes Mitgefühl aus.
BS