Home News Förster kündigen Zusammenarbeit

Förster kündigen Zusammenarbeit

am
Sonntag, 03.05.2015 - 02:10
unsere Jagd 3/2015: In dieser Ausgabe lesen Sie weitere Details zu den Geschehnissen im Erzgebirge (siehe Link unten). Foto: uJ © unsere Jagd
unsere Jagd 3/2015: In dieser Ausgabe lesen Sie weitere Details zu den Geschehnissen im Erzgebirge (siehe Link unten). Foto: uJ

Karsten Bergner, Vorsitzender der Hegegemeinschaft, gibt den staatlichen Waldhütern Recht: Es gebe teils zu hohe Verbiss- und Schälschäden, sagt der Diplom-Forstwirt, der rund 1.000 Hektar Privatwald betreut. Doch dadurch pauschal auf zu viel Rotwild zu schließen und deshalb „kräftig Dampf zu machen“, sei falsch. Im Grunde wisse niemand, wie viele Tiere es gebe. Laut Bergner sollte deshalb ein unabhängiger Wildbiologe die Population schätzen. Mit diesem Vorschlag wollte er auf der vergangenen Versammlung wieder einen gemeinsamen Nenner mit Sachsenforst finden. Der Staatsbetrieb lehnte jedoch ab. Zu viele Schäden bedeute zu viel Wild, so die Argumentation. Bergner hingegen sieht das Problem in einer falschen Bejagungsstrategie, dabei lässt er auch seine privaten Mitjäger nicht außen vor. Unter anderem ist es schließlich dieser Vorwurf, den drei stimmberechtigte Forstbezirksleiter zu der Absicht bringen, den Vorstand der Hegegemeinschaft (also auch Bergner) abzuwählen. Am Ende stimmen genau drei dafür, die 30 anderen bekräftigen die Leitung in ihren Ämtern. Daraufhin kündigten die Forstvertreter ihre Zusammenarbeit.
Ingo Reinhold, Forstbezirksleiter Marienberg, sagte im Gespräch mit jagderleben, dass diese Entscheidung keine Kurzschlussreaktion gewesen sei. „Die Interessenlage zwischen Förstern und Jägern ist unvereinbar.“ Des Weiteren wären es Unkenntnisse und Missverständnisse, die zu der jetzigen Situation geführt hätten. In einem sachlichen Gespräch könnte laut Reinhold Vieles ausgeräumt werden. Doch dieses sei derzeit nicht möglich. Fazit: Beide Parteien reichen einander die Hand, doch niemand will sie nehmen...
Eine Antwort auf die Frage, wie denn ein solcher Austritt mit dem betriebseigenen "Erlass zur Vorbildlichkeit von Jagdausübung" vereinbar sei – der die Forstbezirke zur Mitarbeit in Hegegemeinschaften anhält – lieferte die Leitung von Sachsenforst bisher nicht.
BS


Weitere Hintergrundinformationen erfahren Sie hier.