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Förster füttern jetzt auch

Rotwild an der Fütterung. Das Heu dafür wurde im Sommer auf den Bergwiesen geerntet. Foto: Dr. Horst Sproßmann © Dr. Horst Sproßmann

Rotwild an der Fütterung. Das Heu dafür wurde im Sommer auf den Bergwiesen geerntet. Foto: Dr. Horst Sproßmann


Wie die Verwaltung mitteilt, brächten Dauerfrost und zwischenzeitlich hohe Schneelagen in den Kammlagen des Thüringer Waldes, des Schiefergebriges und des Harzes das dort lebende Rotwild in Not. Doch nicht nur die Witterung stelle eine Bedrohung für die Tiere dar, auch Wintersprotler würden die Notzeit verschärfen. Rotwild nehme in den Wintermonaten fast 60 Prozent weniger Nahrung auf und betreibe den Stoffwechsel auf Sparflamme. Werde es nun gestört und in die Flucht geschlagen, müsse es mehr äsen, um den Energiemangel auszugleichen. Diese Verluste werden dann oft durch Abäsen junger Triebe, bzw. durch Schälen der Rinde kompensiert. Im schlimmsten Fall könne den Tieren sogar der Erschöpfungstod drohen. Häufige Störungsverursacher seien Skilangläufer abseits der offiziellen Loipen, Spaziergänger mit nicht angeleinten Hunden und Besucher, die durch lautes Rufen und Schreien die Waldlebensgemeinschaft stressen.
In Thüringen ist die Notzeit in den Höhenlagen des Mittelgebirges gesetzlich vom 16. Januar bis zum 30. April festgelegt. Thüringen Forst trage dem Wildschutz durch Jagdruhe Rechnung. Wenn gefüttert wird, gibt es vor allem Heu, welches man mit Rüben und Kastanien ergänzt. "Keinesfalls sollten Fütterungen durch Waldbesucher betreten werden, womöglich auch noch mit Hund. Ebenso ist das Mitberingen und Verteilen von Essensresten als 'Fütterung' jagdgesetzlich nicht nur verboten, sondern für Wildtiere bei Verzehr oft genug tödlich", mahnt Thüringen Forst-Vorstand Volker Gebhardt.
PM/BS

 


Benedikt Schwenen ist seit 2011 bei den dlv-Jagdmedien. Der gebürtige Emsländer beschäftigt sich überwiegend mit aktuellen und jagdpolitischen Themen.
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