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Förderung für Artenschutzprojekt gestrichen

Blühstreifen und Feldgehölze fördern den Artenreichtum. © Reinhard Schneider

Blühstreifen und Feldgehölze fördern den Artenreichtum.


Die oberste Jagdbehörde wird die Förderung des Naturlandprojekts „Artenreiche Flur“ Groß Kreutz des Landesjagdverbandes Brandenburg aus dem Jagdabgabetopf einstellen. Das bestätigte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf Anfrage der Redaktion. Er verweist darauf, dass allein in den vergangenen 10 Jahren insgesamt rund 230.000 Euro für das Projekt bewilligt wurden. Ein Großteil der Mittel waren reine Verwaltungskosten. Gegründet 1991 als Musterbeispiel für Landschaftsrenaturierung in Kombination mit der Einrichtung eines Lehr- und Versuchsreviers und den Biotop- und Artenschutz, hat sich Groß Kreutz inzwischen zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt.

Jagdabgabemittel als Anschubfinanzierung

Diesem Prokjekt droht jetzt das Aus, befürchtet der langjährige Leiter, Wildmeister Klaus Mordhorst, und verfasste deshalb einen Brandbrief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Obwohl der Rechtsrahmen für die Jagdabgabe sich nicht geändert hat, will Vogelsänger einen Kurswechsel der Geldervergabe vornehmen: „Weg von der bisher üblichen institutionellen Förderung, hin zur Projektförderung.“ Demnach sollen Jagdabgabemittel nur noch als Anschubfinanzierung und nicht mehr als Dauerfinanzierung von Projekten fließen.

Fokus auf weitere Beispielreviere

Daher habe sich die oberste Jagdbehörde mit dem Landesjagdverband verständigt, für 2019 keine Mittel für das Projekt „Artenreiche Flur“ mehr zu bewilligen, heißt es vom Minister. Stattdessen soll der Fokus künftig auf weitere Beispielreviere im Land gerichtet werden, um in diesen Maßnahmen für den Arten- und Biotopschutz zu etablieren. Für LJV-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff sei gegen eine Prüfung des effizienten Einsatzes der Jagdabgabe sowie eine Umsteuerung der Mittel, z.B. für den Ausbau von Schießständen, grundsätzlich nichts einzuwenden. „Wir werden aber Groß Kreutz als Lehrrevier des Landesjagdverbandes auf alle Fälle erhalten“, versichert er. RS


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