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Flinte aus Pickup geklaut

Im Revier kann die Verwahrung der Waffe im Fahrzeug ohne Futteral erfolgen (Symbolbild). Foto: Ulrich Pfaff


Nach eigener Aussage habe der Jäger am 8. September 2015 im Revier gearbeitet, als aus seinem etwa 150 Meter entfernten Fahrzeug eine Doppelflinte entwendet wurde. Bis jetzt ist sie nicht wieder aufgetaucht. Das Auto sei abgeschlossen und das Gewehr verdeckt im Fußraum gewesen. Der Täter hatte mit einem Stein die Scheibe eingeschlagen.
Der Bestohlene hätte davon nichts mitbekommen, da er mit einer Motorsäge arbeitete und der Bewuchs ihm die Sicht versperrte. Erst als er gegen 19:30 Uhr wieder an seinen Wagen zurückkehrte, stellte er die Tat fest. Zuvor sei er in regelmäßigen Abständen an seinem Auto gewesen, um seine Kettensäge nachzutanken.
Da er sich über die Brisanz der Sache im Klaren war, informierte er sofort die Polizei und zog sogleich Rechtsanwalt Joachim Streitberger zu Rat. Dieser unterstützte ihn dann in der Folge dabei, Einspruch gegen den erhaltenen Bußgeldbescheid über 500 Euro einzulegen.
Am vergangenen Freitag wurde der Fall am Amtsgericht Offenburg verhandelt, heute wurde das Urteil des Einspruchsverfahrens bekanntgegeben: Nach Rechtsverständnis der Richterin muss der Bestohlene wegen Verstoß gegen § 36 WaffG in Verbindung mit §53 Ziffer 19 WaffG die 500 Euro Bußgeld zahlen. Diese Regelung könne nach Ansicht von Streitberger in diesem Fall aber nicht angewendet werden, da sich der zitierte Text ausschließlich auf die häusliche Aufbewahrung beziehen würde. Unmittelbar nach der Verkündigung teilte der Anwalt gegenüber jagderleben mit, dass man Rechtsbeschwerde einlegen werde.
RW