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Fischotter: Pilotvorhaben zur Entnahme einzelner Tiere in Bayern

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Kathrin Führes
am
Freitag, 20.03.2020 - 16:16
Fischotter-im-Wasser © Martina Simonazzi - stock.adobe.com
Da sie massive Schäden anrichten, sollen nun einzelne Fischotter erlegt werden.

In Bayern steigt die Zahl fischereiwirtschaftlicher Schäden durch den Fischotter an. Trotz Präventionsmaßnahmen wuchsen die angemeldeten Schäden in Bayern von 280.000 Euro im Jahr 2016 auf 1,04 Millionen Euro im Jahr 2018. Daher wurde das seit 2013 bestehende Fischottermanagement um eine vierte Säule ergänzt.

Wie die Regierung Oberpfalz in einer Pressemitteilung berichtet, sieht die vierte Säule nach vorgelagerten Maßnahmen als „ultima ratio in betroffenen Regionen die Entnahme einzelner Tiere vor“. Zunächst werde dies in einem Pilotvorhaben getestet und soll dann, aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse, als letztes Mittel möglich gemacht werden.

Ausnahmegenehmigung gilt bis zum 31.12.2020

In drei besonders betroffenen Oberpfälzer Landkreisen (Cham, Schwandorf sowie Tirschenreuth) soll das Pilotprojekt nun durchgeführt werden. Da der Fischotter nicht nur jagdrechtlich eine ganzjährige Schonzeit genießt, sondern auch als streng geschützte Art dem Artenschutzrecht unterliegt, wurde bereits im Jahr 2019 ein Runder Tisch aus Regierung, Naturschutzverbänden sowie Interessensvertretern der Fischerei und Jagd gebildet.

Mit der jetzt bis zum 31.12.2020 befrist erteilten artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung sollen (nach jagdrechtlicher Schonzeitaufhebung durch die zuständigen Landratsämter) in den Projektgebieten jeweils maximal zwei männliche Tiere von Jagdausübungsberechtigten entnommen werden.

Hohe Bedeutung für die Artenvielfalt

Speziell für die nördliche Oberpfalz hat die Teichwirtschaft einen hohen Stellenwert als Erwerbsquelle, aber auch als Kulturlandschaft zum Erhalt der Artenvielfalt, so die Regierung der Oberpfalz weiter. Immer mehr Teichwirte würden sich jedoch veranlasst sehen, keine Fischprodukion mehr zu betreiben.