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Fische beeinflussen Hirschbestand

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Sonntag, 19.05.2013 - 02:06
Wapitis am Wasser. Foto: Erich Marek © Erich Marek
Wapitis am Wasser. Foto: Erich Marek

Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um einen indirekten Einfluss über "zwei Ecken", der im berühmten Yellowstone-Nationalpark in den USA von Forschern beobachtet wurde. Demnach muss eigentlich eine Fischart die andere fürchten.
Im Yellowstone-See erobert nämlich der eingewanderte Seesaibling (Seeforelle) zunehmend den Lebensräum einer bis dato dort heimischen Forellenart, wodurch diese verdrängt wird. Der Unterschied zwischen den beiden besteht laut den Biologen darin, dass der Neuling seinen Nachwuchs direkt im See großzieht und nicht zum Laichen die vorgelagerten Fluss- und Bachläufe aufsuchen muss. Und damit kommt eine weitere Tierart ins Spiel: Der Grizzly-Bär.
Die an den den Seezuflüssen lebenden Petze konnten früher auf ein üppiges Nahrungsangebot durch die aufsteigenden Fische vertrauen. Doch dies blieb zunehmend aus. Die Bären haben daher ihre Ernährung umgestellt und sich auf die Hirschjagd verlegt. Am ehesten fallen ihnen dabei die Kälber der Wapitihirsche zum Opfer. Wissenschaftler der "University of Wyoming" beziffern den dadurch hervorgerufenen Effekt in der Wapitipopulation auf einen Rückgang von bis zu elf Prozent, in der Altersklasse der Kälber gar um bis zu 16 Prozent.
Der Zusammenhang, so heißt es, sei lange unentdeckt geblieben. Insgesamt gesehen ist dies ein anschauliches Beispiel dafür, welche weitreichenden Abhängigkeiten innerhalb einzelner Ökosysteme herrschen können.
RJE

Link: Ausführlicher Beitrag zur Thematik